Fingerprinting

Chemischer Fingerabdruck entlarvt Lebensmittelfälscher

Ist die Milch wirklich „bio“ und das exotische Gewürz so „hochwertig“ wie angepriesen? Leider steckt nicht immer drin was draufsteht. Zwar ist die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln gesetzlich vorgeschrieben, doch das schreckt Lebensmittelbetrüger nicht ab: Sie panschen, tricksen und fälschen ohne Skrupel. Im Fachjargon nennt man das „Food Fraud“.

Kuh und Pferd
Unvergessener Skandal in 2013: Statt dem gekennzeichneten Rindfleisch steckte in Wahrheit Pferdefleisch in einer Fertiglasagne aus dem Supermarkt …

Angesichts globalisierter Lieferketten, zunehmender Produktvielfalt und neuer Herstellungstechnologien sind Fälschungen selbst für Produzenten, Zertifizierer und Behörden nicht immer leicht aufzudecken. Erst recht für Verbraucher ist der Qualitätsschwindel fast unmöglich zu erkennen. Im Zweifel können nur chemische Analysen aufklären, ob der Inhalt mit der Deklaration auf der Verpackung übereinstimmt. Ein spezielles Fingerprinting-Messverfahren könnte die Kontrolle, Qualitätssicherung und Überwachung von Lebensmitteln zukünftig vereinfachen.

FoodAuthent ermöglicht Nachweis der Produktechtheit

Das Forschungsprojekt FoodAuthent hat einen praxistauglichen Lösungsansatz entwickelt, um Warenströme transparenter zu machen und Lebensmittelfälscher einfacher zu überführen: Bei der sogenannten Fingerprinting-Analyse wird die genaue Zusammensetzung eines unverfälschten Lebensmittels bestimmt. Durch Mustererkennungsverfahren lassen darin sich sogar Produktmerkmale wie geografische Herkunft, Sorten und Herstellungsprozesse ablesen. Der „chemische Fingerabdruck“ wird in einer Referenzdatenbank gespeichert, wo er zusätzlich mit chargenbezogenen Produktinformationen angereichert werden kann.

Olivenöl-Flaschen
„Nativ extra aus griechischem Traditionsbetrieb“ oder doch nur billiges Maisöl mit grüner Farbe? Olivenöl zählt zu den am meisten gefälschten Lebensmitteln!

Um die Echtheit eines Produktes mittels FoodAuthent zu überprüfen, wird eine Probe mit der Referenz abgeglichen. Unbekannte Abweichungen könnten auf eine Verfälschung, etwa durch zugesetzte chemische Substanzen, hinweisen. Auf diese Weise sollen sich sowohl typische Verfälschungen als auch bisher nicht bekannte Manipulationen schneller aufdecken lassen. Somit unterscheidet sich das Verfahren von herkömmlichen Qualitätskontrollen: Klassische Analyseverfahren sind meistens nur darauf ausgerichtet, Produkte auf bestimmte bekannte Verfälschungen zu untersuchen.

Das Forschungsprojekt hat sich renommierte Partner wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die GS1 Germany GmbH und den IT-Fachbereich der Universität Konstanz ins Boot geholt. Gefördert wird FoodAuthent durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Im nächsten Schritt soll unter dem Namen „fAuthent“ ein Prototyp des Systems entstehen, das an die Anforderungen in behördlichen Einrichtungen angepasst und getestet wird. Ziel ist der Aufbau einer IT- und Kommunikationsplattform auf Open-Source-Basis zwischen Herstellern, Laboren, Händlern und Behörden.

Verpackungen fälschungssicher machen

Im Sinne des Verbraucher- und Markenschutzes ist klar: Produktkennzeichnungen und Qualitätskontrollen sind unverzichtbar für eine hohe Lebensmittelsicherheit und etwa notwendige Produktrückrufe. Chemische Analysen finden aber oft nur stichprobenartig statt. Gerade in Zeiten des Online-Handels bedienen sich Produktpiraten der Masche, Originalverpackungen mit gefälschtem Inhalt zu verkaufen. Hersteller können dem entgegenwirken, indem sie ihre Produkte und Verpackungen mit Sicherheitsmerkmalen versehen. Dazu zählt beispielsweise der Manipulationsschutz durch Siegeletiketten. Bei Fragen hierzu berät Bluhm Systeme gerne.

Mehr über Fälschungssicherheit erfahren

 

Natalie Iwantschew

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