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Produktrückrufe: Ein Fall für die Kennzeichnung!

Brandgefahr durch defekte Netzteile, mögliche Glassplitter im Babybrei oder bedenkliche Keime auf Wurstaufschnitt: Verbraucherwarnungen wie diese gibt es nahezu täglich. Für betroffene Hersteller und Händler sicher ein Schreckensszenario, denn auf sie könnten neben einem herben Imageverlust hohe Schadensersatzforderungen zukommen. Auch wenn in den Produktionen auf Qualitätssicherung geachtet wird, können Fehler und technische Probleme entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Lieferkette auftreten. Besonders kritisch wird es, wenn mangelhafte Lebensmittel, Medikamente, Elektrogeräte oder Bauteile in Verkehr gebracht wurden. In solchen Fällen ist es wichtig, schnell und professionell zu agieren.

Rückverfolgbarkeit das A und O

Immer dann, wenn durch Produktfehler ernsthafte Sach- und Personenschäden drohen, muss ein Produktrückruf in Erwägung gezogen werden. Dabei wird meist der Umtausch der betroffenen Ware im Handel oder direkt beim Hersteller angeboten.

Die rechtlichen Grundlagen für Rückrufe sind in Deutschland durch das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) sowie durch Verordnungen der Europäischen Union geregelt. Rückrufaktionen basieren nicht nur auf der Risikobewertung durch die Hersteller, sondern können auch von Kontrollbehörden angeordnet werden. Außerdem sind Automobilhersteller gesetzlich verpflichtet, das Kraftfahrt-Bundesamt einzuschalten.

Um die unsicheren Produkte näher eingrenzen zu können, muss die Rückverfolgbarkeit gewährleistet sein. Sie ermöglicht ein zuverlässiges „Tracing“ der Ware vom Verbraucher bis zum Erzeuger. So können etwa bestimmte Produktionseinheiten anhand der Loskennzeichnung, der Chargennummerierung oder anhand eines Mindesthaltbarkeitsdatums gezielt bis zum Herstellungszeitraum und -ort zurückverfolgt werden. Ein einzelnes Exemplar hingegen kann zum Beispiel über eine individuelle Seriennummer identifiziert werden.

Aktuell durch EU-Gesetze zur Rückverfolgbarkeit verpflichtet sind in erster Linie alle Unternehmen, die an der Herstellung und Wertkette folgender Produkte beteiligt sind:

  • Lebensmittel (s. Verordnung (EG) Nr. 178/2002)
  • Explosivstoffe (s. 2012/4/EU)
  • verschreibungspflichtige Arzneimittel (s. 2011/62/EU)

Mitunter ist genau vorgeschrieben, wie die Produktkennzeichnung auszusehen hat: Welche Produktionsdaten wo vermerkt werden müssen, wie sie codiert sein sollen – beispielsweise als maschinenlesbare Data-Matrix-Codes – und welche zusätzlichen Sicherheitsmerkmale gefordert sind.

Datamatrix-Code auf einer Faltschachtel
Faltschachtel mit Kennzeichnung in Form eines Data-Matrix-Codes und in Klarschrift

Professionelle Kennzeichnungen verringern den zeitlichen und finanziellen Aufwand für Rückrufaktionen und die Ursachenanalyse. Zugleich schützen sie vor unberechtigten Produkthaftungsklagen, die auf gefälschte Waren zurückzuführen sind. Sie können nämlich darüber hinaus auch als wirkungsvolle Maßnahme für Anti-Counterfeiting und als Manipulationsschutz dienen.

Das richtige Kennzeichnungssystem finden

Es gibt verschiedene Technologien, um Produkte eindeutig, fehlerfrei und lückenlos zu kennzeichnen. Welche für den speziellen Anwendungsfall am besten geeignet ist, richtet sich nach verschiedenen Kriterien, wie z. B. der Verpackungsoberfläche, der Produktionsgeschwindigkeit oder den Lesbarkeitsanforderungen.

Etikettierung:

Etikettierer Alpha HSM von Bluhm SystemeEtikettiermaschinen können Verpackungen und Paletten vollautomatisch etikettieren. Sie sind robust, modular anpassbar und effizient und können sogar unterschiedlich hohe Kartons direkt im Durchlauf etikettieren. Hinzu kommt, dass Etiketten per Thermotransferdruck ein besonders langlebiges und kontrastreiches Druckbild erhalten. Dies kommt vor allem den hohen Anforderungen an die Maschinenlesbarkeit bei der Zusammenarbeit mit Logistik- und Handelspartnern zugute.

Inkjet-Direktbeschriftung:

Industrielle Inkjet-Drucker bieten eine kostensparende Möglichkeit, um Produkte schnell und berührungslos mit ständig wechselnden Druckinhalten zu beschriften. Die Methode ist daher ideal für unebene und empfindliche Oberflächen. Zudem sind die Systeme sehr kompakt und flexibel, sodass sie besonders einfach in die vorhandene Produktionsstraße eingebaut werden können. Etikettenmaterial wird eingespart, da beim Inkjet-Druck eine Direktbeschriftung erfolgt. Es steht eine Vielzahl unterschiedlicher Tinten für verschiedenste Anforderungen zur Verfügung.

Laserbeschriftung:

Laserbeschriftung auf MetallAuch die Laserbeschriftung ist eine Art der berührungslosen Direktbeschriftung, die für nahezu alle Materialien geeignet ist. Durch gebündeltes Licht entstehen Kennzeichnungen, die extrem dauerhaft, präzise und fälschungssicher sind. Zudem sind Laser äußerst verschleißarm und nahezu wartungsfrei. Sie punkten auch in puncto Nachhaltigkeit, weil sie keine Verbrauchsmittel wie Etiketten oder Tinte benötigen.

Die Frage nach dem „richtigen“ Kennzeichnungssystem kann je nach Anwendung recht komplex sein. Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Produkt- und Verpackungskennzeichnung hilft Komplettanbieter Bluhm Systeme sowohl Herstellern als auch deren Partnern dabei, die Rückverfolgbarkeit vollständig zu sichern.

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Natalie Iwantschew

arbeitet seit 2016 im Fachbereich Online-Marketing bei Bluhm Systeme, wo sie unter anderem den internationalen Webauftritt www.bluhmsysteme.com betreut. Im Bluhm Blog berichtet sie über Wissenswertes zur industriellen Etikettierung, Inkjet-Kennzeichnung und Laserbeschriftung.
Natalie Iwantschew

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