Datamatrix-Code auf einer Faltschachtel

Data Matrix Code – ein Barcode mit besonderen Vorteilen

Ob an der Supermarktkasse, in der Produktion oder im Warenlager: Barcodes kommen im Handel sowie in der Industrie und Logistik zum Einsatz, um Daten elektronisch erfassen und weiterverarbeiten zu können. Das maschinelle Einlesen geht nicht nur schneller als das händische Eintippen, sondern ist auch viel weniger anfällig für Fehler. Deshalb spielen Barcode-Etiketten eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung und Automatisierung in Fabriken.

Data Matrix, QR-Code, Strichcode… was ist der Unterschied?

Data Matrix Code
Data-Matrix-Code
QR-Code
QR-Code
EAN-Code
Klassischer Strichcode

Es gibt verschiedene Arten von Barcodes. Unterteilen lassen sie sich in eindimensionale Barcodes (1D) und zweidimensionale Barcodes (2D). Eindimensionale Barcodes wie z.B. der klassische EAN-Code bestehen aus verschieden breiten, parallelen Strichen und Lücken. Daher werden sie auch Strichcodes genannt.

Data-Matrix-Codes gehören, genau wie QR-Codes, zu den 2D-Barcodes. Sie codieren die Daten in Form einer Fläche über zwei Richtungen. Der Data-Matrix-Code besteht aus schwarzen und weißen Kästchen, die in einer meist quadratischen Form angeordnet sind. Allerdings ist es auch möglich, rechteckige Datamatrix-Codes zu drucken. Das erweist sich als praktisch, wenn die Menge der codierten Daten für erhöhten Platzanspruch sorgt, der Platz auf dem Etikett oder Produkt aber begrenzt ist.

Data-Matrix-Codes und QR-Codes haben viele Gemeinsamkeiten. Im IoT-Zeitalter begleiten sie die Herstellung und den Handel von Produkten entlang der ganzen Wertschöpfungskette. In unserer BluhmTV-Folge haben wir uns die beiden Verwandten einmal näher angeschaut und verglichen:

Vorteile von Data-Matrix-Codes

  • Beanspruchen weniger Platz aufgrund höherer Datendichte
  • Ein geringer Kontrast genügt für die Scan-Lesbarkeit
  • Können in beliebiger Lage (0-360°) gelesen werden
  • Haben eine höhere Fehlertoleranz von bis zu 30 %

Datamatrix-Code als Laserbeschriftung auf einer LeiterplatteDa der Datamatrix-Code eine große Zeichenzahl auf kleinstem Raum codieren kann, nimmt er weniger Platz ein. Somit spart er gegebenenfalls nicht nur Verbrauchsmaterial wie Etiketten oder Tinte, sondern eignet sich auch für Kleinstprodukte oder runde Flächen, wo andere Barcodes an ihre Grenzen kommen. Teilweise sind Datamatrix-Codes so klein und diskret, dass sie Verbrauchern kaum auffallen. Im Prinzip ist die Größe fast nur durch den verwendeten Drucker begrenzt.

Auch beim benötigten Kontrast sind sie unkomplizierter: Während bei Strichcodes ein hoher Kontrast von mindestens 80 % für den Scanner nötig ist, kann bei Datamatrix-Codes sogar ein Kontrast von nur 20 % ausreichen. Damit ergeben sich auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Einsatz von Farben bzw. Farbkombinationen, die sonst häufige Fehlerquellen bei Barcodes darstellen.

Datamatrix-Codes bieten zudem ein internes Verfahren zur Fehlererkennung. Die leistungsstarken Algorithmen erlauben eine automatische Fehlerkorrektur, selbst wenn bis zu 30 % der Codefläche zerstört sind.

Idealerweise werden Datamatrix-Codes mithilfe von Kamerascannern ausgelesen. Diese erfassen den Code zweidimensional, sobald er vollständig im Kamerafenster liegt – die Ausrichtung ist egal, d. h. er kann beliebig gedreht sein. Beim Drucken von Barcodes hingegen stellt sich schon mal die Frage: Zaun oder Leiter?

Aber Vorsicht: In der Produktion oder am Wareneingang wird oft der sogenannte GS1 Datamatrix  eingesetzt, um standardisierten Dateninhalt zu gewährleisten. Obwohl beide Codes gleich aussehen, sind die Folgen fatal, wenn nicht der richtige verwendet wird. In einem anderen Blogbeitrag erklären wir den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Datamatrix und GS1 Datamatrix.

Mögliche Nachteile beim Data Matrix Code

Data Matrix Codes können nicht mit herkömmlichen Barcode-Scannern ausgelesen werden, die nur linear Zeilen erfassen. Stattdessen kommen spezielle Kamerascanner zum Einsatz. Die können unter Umständen teurer sein, aber das muss abgewogen werden. Ein solcher Kamerascanner kann ebenfalls herkömmliche Barcodes lesen, sodass sich unter Umständen auch aus dieser Sicht die Anschaffung der neueren Technologie lohnt.

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Natalie Iwantschew

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2 comments

  1. ZU TEXT:
    Auch beim benötigten Kontrast sind sie unkomplizierter: Während bei Strichcodes ein hoher Kontrast von mindestens 80 % für den Scanner nötig ist, kann bei Datamatrix-Codes sogar ein Kontrast von nur 20 % ausreichen. Damit ergeben sich auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Einsatz von Farben bzw. Farbkombinationen, die sonst häufige Fehlerquellen bei Barcodes darstellen.

    ANMERKUNG:
    Es besteht kein Unterschied beim Prüfparameter” Symbol Kontrast” zwischen einem 1D und 2D Code. Die Tabellen für die Qualitätsbewertung sind identisch. Vergleiche ISO/IEC 15416:2016, 6.6.2 und ISO/IEC 15415:2011, 7.8.3.

    Liebe Grüße
    Gerald Gruber

  2. Gut komprimierter Beitrag! Ihren letzten Absatz zu “möglichen Nachteilen” könnte man natürlich auch zur Formulierung “möglicher Vorteile” umgestalten. Denn ganz klar ist der 2D-DMC in jeder Hinsicht gegenüber 1D im Vorteil! Und preislich liegen gute Code-Scanner und Digital-Matrix-Kamerasensor heute kaum noch weit auseinander. Codeleser/-scanner sind meist auf ihre spezielle Aufgabe reduziert und dadurch in der Anwendung eingeschränkt. Mit der Kameralösung hat der Nutzer im Prinzip eine Lösung für [fast] alles. Wichtig ist dabei nur, dass die Kameralösung noch die passende Bildverarbeitungssoftware an Bord hat. So ist man offen für zukünftige Aufgaben, ob 1D-Barcode, Data Matrix Code, QR-Code oder gar Schriftlesung variabler Daten (OCR/OCV). Wichtig ist am Ende ein guter Druck, wie der aus dem Hause BLUHM, und ein ordentliches Bildverarbeitungssystem …

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