Internet of Things (IoT): Was ist das eigentlich?

Zuhören, lächeln, nicken – und hoffen, dass man jetzt nichts Schlaues dazu sagen muss. So in etwa verhalten wir Menschen uns gerne, wenn keiner merken soll, dass wir gerade eigentlich nur Bahnhof verstehen. Dieser Beitrag ist für alle, die nicht wollen, dass es ihnen auch so geht, wenn mal wieder alle von diesem Trendbegriff reden: „Internet of Things“. Oder zu Deutsch „Internet der Dinge“.

Definition und Bedeutung von Internet of Things

Das Internet of Things ist ein digitales Netzwerk, in der physische und virtuelle Gegenstände (engl. „things“) miteinander verbunden sind und zusammenarbeiten können.

Genauer gesagt: Objekte aus der realen Welt werden intelligent gemacht, indem sie mit erweiterten Funktionen ausgestattet und in eine internet-ähnliche Struktur integriert werden.

Als sogenannte Smart Objects sind sie dann in der Lage, automatisch Daten zu erfassen, zu verarbeiten und zu speichern sowie mit ihrer Umgebung zu interagieren. Möglich machen das eingebaute Sensoren, Prozessoren und Chips sowie Netzwerkanschlüsse. Über eine fest zugewiesene virtuelle Identität (IP-Adresse) können Objekte innerhalb des IoT angesteuert werden.

Teilnehmer des Internets sind demnach nicht mehr nur Menschen, sondern auch alle möglichen Dinge, die mithilfe verschiedenster Technologien selbstständig handeln, sich Situationen anpassen und auf bestimmte Szenarien reagieren können.

Für die Zukunft wird erwartet, dass der klassische Computer als Endgerät ausdient und durch intelligente Gegenstände ersetzt wird, die ihre Aufgaben autonom erkennen und ausführen. Das Internet of Things soll uns immer stärker, aber gleichzeitig unmerklicher bei allen möglichen Arbeiten unterstützen. Eine große Erleichterung wird das vor allem bei besonders gefährlichen, körperlich anstrengenden und monotonen Tätigkeiten sein.

Diese Art der Automatisierung könnte in Zukunft noch verstärkt werden, wenn Künstliche Intelligenz (KI) ins Spiel kommt: Dann würden die Objekte durch maschinelles Lernen sogar auch nicht angelernte Muster und Gesetzmäßigkeiten erkennen und Probleme ohne menschliches Zutun lösen können. Sie würden quasi eigenständig „denken“ und entscheiden.

Beispiele für das Internet der Dinge

Das Internet der Dinge verändert schon jetzt die Art und Weise, wie wir leben, arbeiten und uns fortbewegen. Vielleicht nutzen Sie ja selbst schon längst privat eine dieser beliebten Anwendungen:

  • Smart Home Komponenten wie per Apps fernsteuerbare Heizungen, Steckdosen, Fensterrolladen, Überwachungskameras und Alarmanlagen.
  • Sprachgesteuerte Lautsprecher, die auf Befehle oder Fragen hin Aktionen ausführen (z. B. Musik abspielen, Suchmaschinenergebnisse vorlesen oder auf andere Drittdienste zugreifen).
  • Intelligente Beleuchtung, die auf Umgebungsveränderungen und Nutzerwünsche reagiert oder mit anderen Smart Home Geräten gekoppelt ist (z. B. mit einem Türsensor, sodass das Licht automatisch angeht, wenn der Bewohner das Haus betritt).
  • Smartwatches, die dank Internetverbindung erweiterte Smartphone-Funktionen zur Verfügung stellen (z.B. App-Benachrichtigungen und -Interaktionen, Aktivitätserkennung oder Erinnerungsfunktionen).
  • Fitness Tracker, die Daten über gesundheitsrelevante Aktivitäten und Körperfunktionen per Armband oder Ansteckclip messen, aufzeichnen und in einer App anzeigen.
  • Smarte Haushaltsgeräte, wie zum Beispiel Kühlschränke mit integriertem WLAN und eingebauten Kameras. So kann man unterwegs schnell mal schauen, ob denn noch Milch da ist. Eingebaute Sensoren können außerdem veranlassen, dass Temperaturwarnungen aufs Smartphone gesendet werden oder leergegangene Nahrungsmittel automatisch online nachbestellt werden.

Ähnliche Beispiele für das Internet der Dinge zeigt auf unterhaltsame Weise ein neuer Werbespot des Technikkonzerns Bosch:

IoT: Zusammenhang mit Industrie 4.0

Die digitale Transformation hält auch in die industrielle Fertigung zunehmend Einzug. In diesem Zusammenhang fällt oft der Begriff Industrie 4.0: Dahinter verbirgt sich die Vision einer Smart Factory, die sich mittels IoT weitgehend selbst und ohne menschliche Eingriffe organisiert.

Das Internet der Dinge sorgt in Fabriken beispielsweise dafür, dass Maschinen – ob Anlagen, Automaten, Fahrzeuge, PCs oder smarte Transportbehälter – untereinander Informationen austauschen und so „Hand in Hand“ arbeiten können. Man spricht dann von Machine-to-Machine (M2M) Kommunikation. Dieser Informationsaustausch basiert unter anderem auf Auto-ID-Technologien, für die RFID-Technik, aber auch Barcode-Etiketten und Data-Matrix-Codes zum Einsatz kommen.

Im Vordergrund steht das Ziel, die Produktivität des Betriebes zu steigern. Durch die Automatisierung lassen sich viele Arbeitsschritte einfacher, effizienter und flexibler gestalten. Ein großer Vorteil ist aber auch die hinzu gewonnene Transparenz in Produktionsdaten: Mithilfe von geeigneter Hard- und Software lassen sich allerhand Daten nicht nur in Echtzeit überwachen, sondern auch für neuartige Services wie diese nutzen:

  • Statistische Prozesskontrolle: Wichtige Produktionskennzahlen können erfasst und als Produktionsstatistiken abgebildet werden. Über eine zentrale IoT-Plattform können Dokumentationen einheitlich, übersichtlich und stets aktuell bereitgestellt werden.
  • Kundenindividuelle Produktion: Weil mithilfe von IoT-Lösungen eine viel höhere Effizienz bei der Herstellung erreicht wird, ist ein hoher Personalisierungsgrad (bis hin zu Losgröße 1) zu Bedingungen der Massenfertigung möglich.
  • Predictive Maintenance: Aus über Sensoren erfassten Messwerten und Diagnosedaten können Wartungsinformationen abgeleitet werden, um Störungen proaktiv zu verhindern. Auch die direkte Anbindung zum Maschinenhersteller ist denkbar, um schnellstmöglichen Support zu erhalten. Die „vorausschauende Wartung“ sorgt für weniger ungeplante Stillstände und optimierte Instandhaltungskosten.

Bluhmware Cockpit App: Bedienung am SmartphoneÜbrigens heißt das alles nicht, dass der Mensch als Mitarbeiter in Zukunft obsolet wird – vielmehr verändert sich seine Rolle: Anstatt selbst Hand anzulegen, übernimmt er die übergeordnete Steuerung aller Prozesse am Computer, Tablet oder Smartphone. Per App behält er ganz einfach den Überblick und die Kontrolle über die gesamte Produktion und muss dafür nicht mal vor Ort sein. Per E-Mail, SMS oder Push-Benachrichtigung wird er frühzeitig gewarnt, wenn er doch mal eingreifen muss.

Im Bereich der Produktkennzeichnung sind solche IoT-Lösungen bereits heute verfügbar: Bluhm Systeme bietet mit seiner Bluhmware eine On-Premises-Software für die zentrale Steuerung und das Monitoring aller Kennzeichnungsprozesse im Unternehmen an. Kunden wie Bad Meinberger Mineralbrunnen setzen sie bereits erfolgreich ein. Speziell für Linx Tintenstrahldrucker steht das cloudbasierte Printernet zur Verfügung. Aktuell in Planung ist sogar eine Art „Facebook für Maschinen“ als erweitertes Serviceportal mit modernsten IoT-Funktionen. Die Zukunft wird hochspannend!

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Whitepaper zur Digitalisierung in der industriellen Produktion

Natalie Iwantschew

arbeitet seit 2016 im Fachbereich Online-Marketing bei Bluhm Systeme, wo sie unter anderem den internationalen Webauftritt www.bluhmsysteme.com betreut. Im Bluhm Blog berichtet sie über Wissenswertes zur industriellen Etikettierung, Inkjet-Kennzeichnung und Laserbeschriftung.
Natalie Iwantschew

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