Pharmaverpackungen 4.0: smart und fälschungssicher

In der Pharmaindustrie scheint sich zurzeit nicht nur hinsichtlich der Versorgung mit ausreichenden Impfstoffmengen einiges zu bewegen. Auch die Pharmaverpackungen werden immer smarter und fälschungssicherer.

Smart Packaging 2.0

So hat beispielsweise ein Team um Prof. Harald Augustin von der Hochschule Reutlingen analysiert, inwiefern Pharmaverpackungen smart gemacht werden könnten. Die Wissenschaftler erklären, dass die reine Schutzfunktion der Verpackungen von Arzneimitteln inzwischen als gegeben vorausgesetzt werden könne und daher die „Interaktion der Verpackung mit der Umwelt“ stärker in den Fokus rücke. Sie begründen diese Tendenz auch mit dem demografischen Wandel und dem entsprechenden Nutzungsverhalten von Medikamenten.

Interaktive Pharmaverpackungen

Im Rahmen des sogenannten Smart Packaging 2.0 sollen interaktive Bildschirme Patienten umfassend über das Präparat informieren. Neben Erklärvideos zur Einnahme oder Handhabung könnten das beispielsweise eine optische Erinnerung an die Medikamenteneinnahme oder Sicherheitshinweise zu Packungsöffnungszeiten sein. Zudem wäre bei Flüssigkeiten die Anzeige von Füllständen möglich sowie eine Kontrolle und Hinweise zur Einhaltung der Kühlkette mittels Temperaturmessung.

Die höheren Kosten für die smarten Verpackungslösungen müssten durch einen Mehrwert gerechtfertigt werden. Hierzu zählen die Wissenschaftler eine gesteigerte Patientenorientierung, verbesserte Informationsvermittlung, die Vereinfachung der Medikamentenhandhabung und die damit verbundene Erhöhung der Therapietreue.

Industrie 4.0Technisch umgesetzt werden könne das Smart Packaging 2.0 durch konsequente Minimierung bereits existenter Technologie:
1. Bildschirme mit OLED-Technologie, die dank elektronischem Druck sehr dünn und flexibel realisiert werden können. OLED hat zudem den Vorteil, deutlich weniger Energie zu benötigen als LCD oder LED.
2. Als Energiequelle könnten gedruckte Solarzellen in Verbindung mit kleinen Batterien dienen, die über gedruckte Leitungen mit dem Bildschirm verbunden werden.
3. Zudem werden Miniatur-Rechnereinheiten benötigt sowie
4. Datenschnittstellen, die Daten via Bluetooth oder NFC verarbeiten.

Fokus Fälschungssicherheit

Den Fokus auf Fälschungssicherheit legt die Wiener StartUs GmbH, die sich auf das Screening von Startups aus der Verpackungsindustrie spezialisiert hat, mit ihrer aktuellen Vorstellung innovativer Firmen: StartUs geht davon aus, dass deren Produkte den Fälschungsschutz von Pharmaverpackungen in Zukunft wesentlich vereinfachen könnten.

RFID Tag

So integriert zum Beispiel die US-amerikanische Firma SGNT RFID-Technik in Klebebänder, Sicherheitstaschen, Kabelbinder, Umschläge, Schachteln, Blisterverpackungen etc. Dadurch solle eine fälschungssichere Barriere um oder innerhalb der Verpackung geschaffen werden.
Die Holographic Print Pack aus Dubai produziert holografische Filme bzw. Folien für die Druck- und Verpackungsindustrie, die in Siegelform zudem als Manipulationsschutz dienen könnten. Eine eigene Technologie, die bei der Anbringung von Aufklebern auf Produkten oder Verpackungen automatisch eindeutige digitale Signaturen generiert, hat die indische Noos Technologies entwickelt.

Pharmaverpackungen mit Smart Labels

Weitere Smart Labels vertreibt die US-amerikanische Zealseal mit ihren intelligenten, RFID-basierten Authentizitätsetiketten, die als Zertifikate dienen können. Jedes Mal, wenn ein Zealseal-Smart-Label gescannt wird, wird ihm eine neue eindeutige ID zugewiesen. Sollte das Label kopiert worden sein, fällt das beim nächsten Scan sofort auf. Eine vergleichbare Technologie scheint die Firma Cypheme anzubieten: Das französische Startup hat ein System entwickelt, das auf künstlicher Intelligenz basiert und es ermöglicht, Etiketten mittels Smartphonekamera zu analysieren und so ggf. als Fälschung zu entlarven.

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Antoinette Aufdermauer
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