Barcode nicht lesbar? 6 Tipps, was Sie tun können

Barcodes erleichtern und beschleunigen heutzutage die Abläufe in Produktions- und Logistik-Bereichen von Unternehmen. Sie ermöglichen eine schnellere Dateneingabe und verhindern Eingabefehler durch Bediener. Barcodes machen die Produkte eindeutig identifizierbar und können sogar Maschinen und Anlagen steuern. In Zeiten zunehmender Automatisierung, in denen Kameras und Scanner die Codes automatisch auslesen, ist ein nicht lesbarer Barcode fatal!

Was können Sie also tun, wenn die Anlage plötzlich still steht und Sie „Barcode nicht gelesen“ oder eine andere Fehlermeldung angezeigt bekommen? Wir zeigen Ihnen, woran es liegen kann, wenn ein Barcode nicht lesbar ist. Erfahren Sie, wie Sie die Barcode-Qualität einfach verbessern können.

1. Zu kleine Ruhezonen

Damit Barcodes von Scannern und Kameras optimal ausgelesen werden können, benötigen sie eine bestimmte Ruhezone. Die Ruhezone ist eine Weißfläche um den Barcode herum.

TIPP: Als Faustregel gilt: Ein ausreichender Ruhezonenbereich ist fünfmal so groß wie die Balkenstärke des Strichcodes sein. Gönnen Sie Ihrem Barcode also ausreichend Weißfläche.

2. Farbe und kein Kontrast

Ein guter Kontrast ist beim Auslesen wichtig. Dunkler Barcode auf dunklem Grund ist nicht auslesbar.
Dunkler Barcode auf dunklem Grund ist nicht auslesbar. Besser: Dunkler Barcode auf hellem Untergrund.

Schwarzer Barcode auf weißem Untergrund – ein kontrastreicher Druck ist eine wichtige Voraussetzung, damit ein Barcode gut auslesbar ist. Denn nur dann kann das Lesegerät die hellen und dunklen Elemente des Barcodes eindeutig erkennen.

TIPP: Vermeiden Sie farbige Barcodes bzw. farbige Hintergründe. Auch dunkle Barcodes auf dunklen Untergründen oder helle Barcodes auf zu hellen Untergründen sind nicht gut lesbar.

3. Glänzende Oberflächen

Glänzende Oberflächen etwa bei lackierten Kartonagen oder Metall erschweren das Auslesen eines Barcodes und führen zu Fehlraten. Denn entweder wird das vom Scanner zum Auslesen eingesetzte Licht nicht optimal reflektiert oder es wird zu sehr gestreut. Die Balken und Lücken des Strichcodes sind dann für das Lesegerät nicht mehr erkennbar, der Barcode nicht lesbar.

TIPP: Wählen Sie nach Möglichkeit als Träger ein Material mit matter Oberfläche. Bei Metallen oder dunklen Oberflächen kann noch ein Trick angewendet werden: Drucken Sie den Barcode invertiert  (Farbumkehr), das heißt weiß auf dunklem Untergrund. Die weiß gedruckten Bereiche stellen dann die Lücken des Barcodes dar, während die unbedruckten Stellen die Striche sind. Aber Achtung: Auch hier muss es eine Ruhezone geben. Diese muss weiß aufgedruckt werden.

4. Schlechtes Druckbild

Ein Fehler im Barcode reicht und schon ist der Barcode nicht lesbar
Erkennen Sie den Fehler im Barcode? Schauen Sie mal ganz rechts den zweiten Strich an….

Nicht nur für uns Menschen ist ein schlechtes Druckbild schwer lesbar, auch Scanner und Kameras haben damit Probleme. Ein qualitativ guter Barcode-Druck hat keine Fehlstellen. Denn sobald Teile des Strichcodes zerstört sind, ist er nicht lesbar. Anders übrigens als der Datamatrix-Code, der selbst dann noch auslesbar ist, wenn 25% des Codes beschädigt sind.

Schon das Druckverfahren kann für die Lesbarkeit eines Barcodes entscheidend sein. Beim Themodirektdruck kommt wärmeempfindliches Etikettenamterial zum Einsatz. Das Papier reagiert auf Wärme, Abrieb und Licht, weshalb die Drucke nicht beständig sind. Wird ein Thermodirektdruck-Etikett stark beansprucht, ist der Druck und somit auch der Barcode nicht lesbar. Im Gegensatz dazu sind Thermotransferdirektdrucke haltbar.

Aber auch das Tintenstrahldruckgerät oder die Thermodruckleiste selbst sind verantwortlich für die Druckqualität. Weist ein Barcode in den Strichen Unterbrechungen auf, so kann dies an verschmutzten oder defekten Düsen und Heizelementen liegen. Übrigens: Nicht immer ist ein Ausfall direkt mit bloßem Auge zu erkennen. Im Blogbeitrag „Barcode: Zaun oder Leiter?“ verraten wir Ihnen, mit welchen einfachen Tricks Sie solche Ausfälle sichtbar machen.

TIPP: Prüfen Sie, ob die Düsen und Heizelemente sauber und intakt sind. Wenn nicht, reinigen Sie den Druckkopf oder tauschen Sie den verschlissenen Druckkopf aus.

5. Schwer zugängliche Lage 

Nicht zuletzt entscheidet die Lage des Barcodes bzw. seine Anbringung darüber, ob er lesbar ist oder nicht. Anders als bei RFID lassen sich Barcodes nur mit Sichtkontakt auslesen. Ein verdeckter Barcode kann von Scannern oder Kameras nicht gelesen werden. Aber selbst wenn Sichtkontakt besteht – Barcode-Lesegeräte verfügen über bestimmte Brennweiten. Sie können den Barcode nur innerhalb eines bestimmten Lesedistanz-Bereichs auch tatsächlich lesen. Auch der Winkel, in dem das Lesegerät angebracht ist, spielt dabei eine Rolle.

TIPP: Bringen Sie den Barcode so an, dass er möglichst gut erreichbar ist. Das Lesegerät muss in dem zum Auslesen notwendigen Abstand zum Barcode positioniert werden.

6. Daten fehlerhaft

Fehlerhafte Daten können übrigens auch die Ursache für einen fehlerhaften Barcode sein.  Codes, z.B. GS1-Codes, haben einen ganz bestimmten Aufbau. Wird dieser nicht eingehalten, ist der Code nicht lesbar und es gibt eine Fehlermeldung.

TIPP:  Prüfen Sie, ob der Code korrekt aufgebaut ist. Ansonsten gibt zum Beispiel GS1 Hilfestellung beim Erstellen von Codes.

Jetzt hoffentlich bald nicht mehr „Barcode nicht lesbar“! Noch mehr Tipps finden Sie in unserem Whitepaper:

Selma Kürten-Kreibohm

verantwortet seit 2007 den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Bluhm Systeme und schreibt in ihrer Funktion als Redakteurin über Themen aus der Welt der Kennzeichnung.

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