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UKCA ersetzt CE-Kennzeichnung für Großbritannien – Was bedeutet das für Sie?

Die neue UKCA Kennzeichnung (UK Conformity Assessed) gilt für Güter, die in Großbritannien – also England, Wales und Schottland – auf den Markt kommen. Vorwiegend betroffen sind Produkte, die bisher eine CE Kennzeichnung benötigten. Außerdem umfasst die Änderung Aerosolprodukte, die bisher mit dem sogenannten „reverse epsilon“ gekennzeichnet werden mussten.

Die neue UKCA Markierung gilt bereits seit dem 1. Januar 2021. Allerdings wird in der Übergangszeit bis zum 1. Januar 2022 für die meisten Produkte auch das CE Label anerkannt. Diese einjährige Übergangsregelung gilt für alle Güter, die bereits mit einem CE-Label versehen sind. Gleichzeitig dürfen sich dessen relevante GB- und EU-Regelungen nicht geändert haben.

CE-Label
CE-Label

Ab dem 1. Januar 2022 wird in Großbritannien nur noch das UKCA Label anerkannt. Für die Produktkennzeichnung auf dem europäischen Markt ändert sich dabei nichts, da das UKCA Zertifikat in der EU und Nordirland nicht gültig ist. Langfristig muss damit gerechnet werden, dass sich das britische Regelwerk von den EU-Standards zumindest in Teilen unterscheiden wird. Was das neue UKCA Label für Ihre Kennzeichnung bedeutet, erklären wir Ihnen in diesem Blog-Artikel.

Für welche Produktgruppen gilt das UKCA Label?

Die folgenden Produkte und Güter müssen mit der UKCA Beschriftung gekennzeichnet werden:

  • Spielzeugsicherheit
  • Sportboote und Wassermotorräder
  • Einfache Druckbehälter
  • Elektromagnetische Kompatibilität
  • Nicht selbsttätige Waagen
  • Messinstrumente
  • Lifte
  • ATEX
  • Funkanlagen
  • Druckgeräte
  • Persönliche Schutzausrüstung
  • Gasgeräte
  • Maschinenanlagen
  • Geräte für die Außennutzung
  • Ökodesign
  • Aerosol-Produkte
  • Elektrische Niederspannungsprodukte
  • Einschränkung gefährlicher Substanzen

Folgende Produktgruppen sind ebenfalls von der neuen UKCA Kennzeichnungspflicht betroffen, unterliegen aber speziellen Regeln:

  • Medizinische Produkte
  • Interoperabilität des Schienenverkehrs
  • Bauprodukte
  • Zivile Sprengstoffe

Was bedeutet UKCA für meine Produktkennzeichnung?

Die UKCA-Verfahren zur Konformitätsbewertung unterscheiden sich in ihren technischen Abläufen nicht von den bisherigen CE-Methoden. Wenn Sie bisher durch Selbstdeklaration das CE-Label bei Ihren Produkten verwenden durfte, dürfen Sie genauso nun mit der UKCA Kennzeichnung operieren.

Die einjährige Übergangszeit bis zum 1. Januar 2022 gilt für Sie, wenn ihr Produkt eines der folgenden Kriterien erfüllt:

  • Aktuell wird auf dem Produkt ein CE Label auf der Basis einer Selbstauskunft aufgebracht
  • Jedes verpflichtende Konformitätsbewertungsverfahren Dritter wurde durch eine von der EU-anerkannte Institution durchgeführt
  • Das Konformitätszertifikat wurde vor dem 1. Januar 2021 von einer UK-zugelassenen Institution auf eine EU-anerkannte Institution übertragen

Der Hersteller trägt hier die Verantwortung, dass das eingeführte Produkt den relevanten GB-Richtlinien entspricht. Er muss auch Sorge dafür tragen, dass die Dokumentation inkl. der Konformitätsdeklaration ausgefertigt ist. Schon produzierte und mit dem CE-Label gekennzeichnete Ware ist von der Regelung nicht betroffen.

Wenn Sie also ihren Zugang zum britischen Markt erhalten möchte, sollte Sie sich frühzeitig mit der neuen Produktkennzeichnungs-Richtlinie beschäftigen und rechtzeitig vor dem 1. Januar 2022 umstellen.

Sonderregelung für Nordirland

Das Nordirland-Protokoll des Austrittsabkommens zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union hat festgelegt, dass Nordirland weiterhin Teil des EU-Binnenmarktes für Waren bleibt. Damit benötigen Produkte, die in Nordirland auf den Markt kommen, ein CE Label oder eine UKNI Kennzeichnung.

Wie nutzt man das UKCA Label?

In den meisten Fällen muss die UKCA Kennzeichnung direkt auf dem Produkt oder der Verpackung erfolgen. Abhängig von den spezifischen Produktvorschriften, ist die Beschriftung auch in Bedienungsanleitungen oder anderen technischen Anleitungen vorgesehen.

Generell gilt, dass die UKCA Kennzeichnung nur vom Hersteller oder einem autorisierten Vertreter aufgebracht werden darf.

Ab dem 1. Januar 2023 muss die Kennzeichnung in den meisten Fällen direkt auf dem Produkt aufgebracht werden. Möglich wäre hier eine Direktdrucklösung, die mit Inkjetdruckern oder auch mit langanhaltendem Laserbeschriftung realisierbar sind. Bluhm Systeme bietet dazu mit einer Vielzahl an Modellen für jedes Material und Druckvolumen die passende Lösung.

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Liza-Ann Kammler