Kennzeichnung von Rohren und Tanks nach ISO-Norm 20560

Rohre und Lagertanks wie sie etwa in der chemischen Industrie oder im Seeverkehrs- und Offshore-Bereich vorkommen, beinhalten in der Regel gesundheitsgefährdende Stoffe, die für die Menschen, die in diesem Umfeld arbeiten, eine Gefahr darstellen können. Die neue globale ISO-Norm 20560 sorgt für mehr Arbeitssicherheit, indem sie die Kennzeichnung von Rohren (oberirdisch) und Tanks standardisiert.

Norm ISO 20560 regelt Kennzeichnung

Die neue ISO 20560 übernimmt die GHS-Zeichen, die in Europa bereits im Rahmen der CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging, EU-VO Nr. 1272/2008) zum Kennzeichnen von Chemikalien vorgeschrieben sind.

In der Vergangenheit gab es weltweit verschiedene nationale und internationale Normen für die Kennzeichnung von Rohren (in Deutschland zum Beispiel die DIN 2403) und Tanks. Die neue globale Norm ISO 20560 sieht eine einheitliche Gefahrstoffkennzeichnung von oberirdischen Rohrleitungen und Tanks vor, anhand derer die Inhalte besser identifiziert werden können. Die standardisierte Kennzeichnung soll Arbeiter sowie Subunternehmer oder auch Ersthelfer vor Ort bei Arbeiten vor Ort an Rohrleitungen und Tanks schützen. Arbeitsunfälle durch Missverständnisse beispielsweise bei Wartungsarbeiten sollen auf diese Weise verhindert werden.
Die Kennzeichnung sieht neben Informationen zum Inhalt auch eindeutige GHS-Symbole bzw. CLP-Piktogramme vor, die die jeweilige Gefahrenklasse visualisieren. So ist auf einen Blick sofort erkennbar, um was für einen Inhalt es sich handelt und welche Gefahren von ihm ausgehen. Dies ist bei Arbeiten an den Rohrleitungen und Tanks wichtig und hilft, Unfälle zu vermeiden.

Anforderungen an die Rohrkennzeichnung

Die Rohrmarkierung nach der ISO 20560 ist in zwei Farbzonen unterteilt: Eine Zone in der Grundfarbe des jeweiligen Durchfluss-Stoffs – das ist z.B. bei Säuren die Farbe Orange – und eine Zone in der Sicherheitsfarbe Gelb. In das Feld mit der Grundfarbe werden Informationen zu dem Inhalt wie die genaue Bezeichnung gedruckt werden. Das Feld mit der Sicherheitsfarbe enthält entsprechende Warnhinweise bzw. Warnsymbole gemäß der GHS-Verordnung oder ergänzend auch der ISO 7010. Die Gefahrstoffsymbole müssen auf der der Durchflussrichtung entgegengesetzten Seite der Markierung angebracht werden. Die Durchflussrichtung ist mittels eines Pfeils anzuzeigen.

In der neuen Norm sind zudem Vorgaben zur Größe der Kennzeichnung verankert. So ist etwa bei der Rohrmarkierung die Größe von dem jeweiligen Rohrdurchmesser abhängig. Die Rohrmarkierungen sind in entsprechend angemessenen Abständen sowie an besonders gefahrenträchtigen Bereichen wie Wanddurchführungen anzubringen.
Außerdem muss die Kennzeichnung auf Rohren und Tanks witterungsbeständig sein und beispielsweise extremen Temperaturen, Regen oder hoher Luftfeuchtigkeit standhalten. Auch muss sie resistent gegen Chemikalien und Kraftstoff sein. Die Markierung darf sich also unter keinen Umständen ablösen oder der GHS-Druck verwischen.

Kennzeichnung von Rohren und Tanks nach ISO 20560:

  • Zwei Farbzonen
    • Grundfarbe des jeweiligen Stoffs/Inhalts
    • Sicherheitsfarbe gelb
  • Symbole/Piktogramme
    • Bei Gefahrstoffen: GHS-Symbol bzw. CLP-Piktogramm auf der der Durchflussrichtung entgegengesetzten Seite der Markierung
    • ISO 7010-Warnsymbole
  • Größe der Kennzeichnung
    • Orientiert sich z.B. am Rohrdurchmesser
  • Angabe der Durchflussrichtung
    • Durch Pfeil
  • Anbringung der Markierung bei Rohren
    • in angemessenen Abständen
    • an Gefahrenpunkten
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Kennzeichnung von Rohren und Tanks mit Gefahrstoffetiketten

Die Kennzeichnung von Rohren und Tanks gemäß der ISO 20560 Norm kann mit Haftetiketten erfolgen. Bluhm Systeme bietet für verschiedene Anforderungen eine Vielzahl an Etikettenmaterialien und Klebern, darunter zum Beispiel UV- oder frostbeständige Etikettenmaterialien sowie Klebstoffe mit sehr guter Haftung auch auf rauen Untergründen.

Das Erstellen von Gefahrstoffetiketten, die ISO 20560-konform sind, ist mit dem Farbetikettendrucker Epson C7500 möglich. Mit diesem Farbetikettendrucker erstellen Unternehmen die gewünschten Farbetiketten einfach selber. Ändern sich die Kennzeichnungsanforderungen beispielsweise durch eine neue Verordnung oder Norm können sie schnell reagieren und mit dem Epson C7500 sofort neue Hinweisetiketten bzw. Gefahrstoffetiketten drucken. Die pigmentierte Epson DURABrite™ Ultra Tinte ist zum Beispiel besonders UV-beständig auf matten Etikettenmaterialien. Sie ist optimal geeignet  für die GHS-Kennzeichnung.

Alternativ besteht die Möglichkeit, fertig vorgedruckte Sicherheits- bzw. Gefahrenetiketten zu beziehen. Als Etikettenhersteller produziert Bluhm Systeme in Etiketten aller Art, auch für die Rohrmarkierung.

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Selma Kürten-Kreibohm