Etikettieren: Blow oder Wipe-On … das ist hier die Frage

Variabel bedruckte Etiketten kann man mit den verschiedensten Methoden auf ein Produkt oder eine Verpackung aufbringen. Am eindrucksvollsten ist sicherlich die „Blow“-Methode zum Etikettieren, die wir Ihnen heute vorstellen möchten.

Am gängigsten ist die Ausführung mit einem zusätzlichen Spendestempel – in unserem Sprachgebrauch „Tamp“ genannt. Bei dieser „Tamp Blow“-Variante wird das Etikett zunächst durch einen Drucker um die variablen Text- oder Barcode-Informationen ergänzt. Es wird anschließend auf einen Stempel geschoben, in dem ein Vakuum herrscht. Durch das Vakuum wird das Etikett auf dem Stempel festgehalten. Mit der klebenden Seite nach unten wartet es nun auf das zu etikettierende Teil.

Tamp Blow

Sobald es in Reichweite ist fährt der Stempel nach unten. Das Vakuum schaltet sich ab und im gleichen Augenblick wird ein Überdruck im Stempel erzeugt. Das Etikett schießt förmlich von der Stempelplatte weg und landet zielgenau an der richtigen Stelle. Wenn Produkt und Kleber richtig zueinander passen (hier ist der Fachmann gefragt), dann schmiegt es sich sofort an und es ist nicht notwendig, es noch zusätzlich anzudrücken oder anzubürsten.

Die folgende Zeitlupenaufnahme und das einführende Bild für unseren Beitrag zeigen, dass während des Ablaufs einige erstaunliche Dinge mit dem Etikett passieren.

Es fliegt nicht gleichmäßig in Richtung Produkt, sondern ist sehr stark gewölbt. In anderen Anwendungen prallen Teile des Etiketts sogar zunächst von der Produkoberflächte ab um sich dann aber doch schließlich „zu beruhigen“ und sich ihrem Schicksal zu ergeben.

Wipe On

Alternativ zum „Tamp Blow“-Verfahren kann auch die „Wipe On“-Methode angewendet werden. Hier wird noch während der Bedruckung des Etiketts damit begonnen, das Etikett auf den Gegenstand aufzubringen. Die beiden Geschwindigkeiten des Druckvorgangs und des Fördervorgangs sind dann natürlich zu synchronisieren, damit keine Falten beim Aufkleben entstehen.

Verfahren im Vergleich

Die wichtigsten Vorteile des Tamp Blow-Verfahrens liegen auf der Hand:

  • Die Bedruckung des Etiketts und das Aufkleben müssen nicht synchron mit der Produktbewegung stattfinden. Das Etikett wartet bis zum Beginn des Etikettiervorgangs.
  • Das Produkt kann sich schneller bewegen als der Drucker drucken kann.
  • Auch das Aufbringen des Etiketts auf ein schnell bewegtes Produkt funktioniert.
  • Das Etikett kann auch gedreht aufgeblasen werden.
  • Eine genaue Ausrichtung des Produkts zur Etikettierung ist nicht notwendig.
  • Es sind auch Produkte unterschiedlicher Höhe zu etikettieren. Eine bestimmte Wegstrecke gleicht die Stempelbewegung aus, die restliche Stecke überbrückt der gezielte Luftstoß.

Beim Wipe-On-Verfahren sind folgende Punkte zu beachten:

  • Das Produkt darf nicht schneller vorbeilaufen als der Drucker druckt. Wenn das Paket stehen bleiben sollte, dann muss auch der Drucker mit dem Drucken zeitweise stoppen.
  • Positiv: Das Etikett kann noch zusätzlich an die Produktoberfläche angedrückt werden mit einer Rolle oder einer Bürste. So sind auch schwierige Produktoberflächen blasenfrei zu etikettieren.

Die richtigen Löcher an der richtigen Stelle

Sehr wichtig ist, dass Größe, Menge und Anordnung der Löcher in der Stempelplatte genau an die jeweilige Anwendung angepasst sind. Es muss immer ein ausreichend hohes Vakuum bestehen, um beim Etikettieren das Etikett in Position zu halten. Das Etikett muss also die Sauglöcher richtig abdecken. Und dennoch ist es notwendig, den anschließend erzeugten Überdruck in der richtigen Reihenfolge auf die richtigen Blasöffnungen zu leiten. Das Innere eines solchen Spendestempels kann daher recht komplex sein. Wir verwenden immer häufiger 3D-gedruckte Teile in den Serienmaschinen, weil sie im Inneren wesentlich flexibler an die jeweiligen Anforderungen angepasst sein können.

Das Zusammenspiel zwischen Etikett, Etikettenkleber, Stempel während der beiden Vorgänge Drucken und Applizieren ist nicht trivial. Wir können hier auf jahrzehntelange Erfahrungen aufbauen.

Weitere Informationen zu Etiketten und zu Etikettiersystemen finden Sie auf unserer Webseite.


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Kurt Hoppen

seit über 30 Jahren bei Bluhm Systeme und an allen Dingen rund um Kennzeichnungstechnik, Logistik und Barcode interessiert.

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