faltschachteln

Faltschachteln etikettieren und bedrucken

Wenn die Produktverpackung über zahlreiche verschiedene Linien erfolgt, macht es unter Umständen Sinn, die Kennzeichnung der Faltschachteln im Vorfeld in einer speziellen Anlage zu bündeln. Für einen polnischen Hersteller von Fahrzeugfiltern hat die Kraus Maschinenbau GmbH aus Spaichingen daher die sogenannte FK Codingline entwickelt. Die Etikettier- und Drucktechnik der Linie stammt von Bluhm Systeme.

Kraus Maschinenbau nutzt Kennzeichnungstechnik von Bluhm Systeme in „FK Codingline“

Faltschachteln lassen sich an verschiedensten Stationen im Produktionsprozess kennzeichnen: Oftmals werden sie unmittelbar vor oder nach der Befüllung bedruckt oder etikettiert. Möglich ist die Kennzeichnung allerdings auch bereits im gefalteten „Ursprungszustand“. Ein Spezialist für Zuführ- und Vereinzelungssysteme von Papier und flachen Produkten ist Kraus Maschinenbau. Mit der FK Codingline bietet das Unternehmen ein spezielles Maschinenkonzept zur Codierung von Faltschachteln unterschiedlichster Formate. Dank des modularen Aufbaus kann die Codingline mit verschiedenster Kennzeichnungstechnik ausgestattet und exakt auf Kundenbedürfnisse zugeschnitten werden.

Highspeed-Anlage mit Technik von Bluhm

„Für einen polnischen Filterproduzenten haben wir eine Highspeed-Anlage mit Kennzeichnungstechnik von Bluhm Systeme entwickelt“, erklärt Bruno Ott, Produktmanager bei Kraus Maschinenbau. Gleich zwei Etikettierer sowie zwei großformatige thermische Inkjetdrucker von Bluhm wurden in die Linie integriert. Da die Faltschachteln hier über einen Reibanleger auf ein Saugband gespendet und mittels Vakuumsystem weitertransportiert werden, ist eine Codierung an beliebigen Stellen der Produkte möglich.

faltschachtelnIm ersten Schritt erfolgt die Kennzeichnung durch zwei Etikettendruckspender vom Typ Legi-Air 4050AC. „Dabei war uns wichtig, dass diese Systeme druckluftfrei applizieren und aufgrund ihrer robusten Bauart für den Rund-um-die-Uhr-Einsatz geeignet sind“, erläutert Bruno Ott. Die bewährte Spendertechnik stammt aus dem jahrzehntelang von Bluhm Systeme weiterentwickelten Alpha-Serienbau. Verarbeitet werden darin größtenteils standardisierte Teile aus Großserienproduktion.

Ober- und Unterseitenetikettierung non-stop möglich

Je nach Ausführung können die Spender Produkte in einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Metern pro Minute von oben und unten gleichzeitig etikettieren. Sie verarbeiten Etikettengrößen von 14 x 20 bis hin zu 148 x 210 Millimetern. So ist je nach Format die Applikation von bis zu 600 Etiketten pro Minute möglich.

Die Spender verwenden Druckmodultechnik führender globaler Hersteller. In den beiden Anlagen der FK Codingline sitzen Novexx-Druckmodule. Diese „Print Engine Modules“ eignen sich insbesondere für Karton- und Plastik-Klebematerialien. Sie drucken entweder im Thermotransfer- oder Thermodirektdruckverfahren in einer Auflösung von maximal 300 dpi und erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 400 Millimetern pro Sekunde. Da die Druckgeschwindigkeit die Spendegeschwindigkeit übersteigt, laufen die vorgedruckten Etiketten in eine sogenannte Pufferschlaufe, von der aus sie zeitunkritisch weiterverarbeitet werden können.

Ohne Druckluft applizieren

Die Novexx-Druckmodule verarbeiten Materialien mit einer Breite von 16 bis 136 Millimetern und einer Länge von 5 bis 1.000 Millimetern. Die maximale Druckbreite beträgt vier Zoll (106 Millimeter). In der Kraus-Anlage bedrucken sie 100 Millimeter breite Etiketten mit Klartext und Datamatrix-Codes. Die Labels werden anschließend vom Etikettendruckspender im sogenannten Wipe-on-Verfahren auf die Faltschachteln aufgewischt. Diese Technik hat den Vorteil, ressourcensparend ohne Druckluft zu applizieren.

faltschachtelnNach der Etikettierung erfolgt die Bedruckung der Produkte mit Klartext und Barcodes. Bruno Ott erinnert sich: „Der Endkunde wünschte sich nicht nur eine mit 100 Millimetern sehr hohe Druckbreite. Die Druckergebnisse sollten zudem mit 600 dpi hochauflösend sein.“ Daher integrierte Kraus Maschinenbau zwei thermische Inkjet-Drucksysteme vom Typ Markoprint XB8JET in die FK Codingline. Sie sind in der Lage, jeweils bis zu acht Schreibköpfe anzusteuern, die „gemeinsam“ ein Druckbild von bis zu 100 Millimetern Breite realisieren können. In den Druckköpfen sitzen Kartuschen des Tintenherstellers HP. Sie beinhalten eine solventhaltige Tinte, die eine schnelle Trocknung des Drucks auf nicht-saugfähigen Oberflächen ermöglichen. Mit einer Auflösung von 600 dpi drucken die XB8JETs das gewünschte Layout gestochen scharf auf die lackierten Faltschachteln auf.

Vielfältige Kennzeichnungsoptionen

Neben dem thermischen Inkjet mit seiner hohen Druckqualität könnten alternativ Druckköpfe eingesetzt werden, die Piezo Inkjet Technologie verwenden. Diese etwas andere Technik druckt in Auflösungen von bis zu 300 dpi, erreicht aber pro Druckkopf eine Höhe von bis zu 100 Millimetern. Bei acht Druckköpfen ließen sich somit Druckbilder mit 800 Millimetern Höhe realisieren. In der Kraus-Anlage erstellen die acht Schreibköpfe ein gemeinsames Druckbild. Mit dem XB8JET wäre es jedoch auch möglich, die Druckköpfe paarweise auf unterschiedliche Linien zu verteilen. So können von einem Steuergerät aus bis zu vier verschiedene Druckbilder gleichzeitig aufgebracht werden.

Angesteuert werden die Schreibköpfe von einer Steuereinheit, die in den Schaltschrank der FK Codingline integriert wurde. Nach der Kennzeichnung werden die etikettierten und gedruckten Codes mittels Kamerasystem kontrolliert und in Datenbanken verwaltet. Produkte mit nicht lesbaren Codes schleust die Codingline automatisch in eine Auffangbox aus. Alle anderen Faltschachteln werden in ein Auslageband übergeben, wo sie manuell entnommen werden können. Von hier aus lassen sich die verschiedenen Verpackungsanlagen bequem bestücken.

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Antoinette Aufdermauer
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