Wie gefährlich ist BPA – Bisphenol A?

In unserem Blogbeitrag “Was ist BPA” haben wir die Chemikalie Bisphenol A bereits vorgestellt.

Beitrag: Was ist BPA?

In dem nachfolgenden Beitrag möchten wir uns damit befassen, wie gefährlich BPA für die menschliche Gesundheit und die Umwelt ist.

BPA: Wer hat es erfunden und warum?

Im Jahr 1936 suchten die zwei britischen Biochemiker Edward Charles Dodds und Wilfrid Lawson nach Chemikalien, die in der Lage waren, in der medizinischen Therapie das natürliche Östrogen zu ersetzen. Das weibliche Hormon war extrem teuer und konnte nur aufwendig aufbereitet werden. Ein günstigere Alternative musste her.

Die Chemiker identifizierten Bisphenol A als Substanz mit einer schwachen östrogenen Aktivität. Karriere in der Medizin machte BPA allerdings nicht, da die Forscher bald darauf sehr viel potentere synthetische Östrogene herstellen konnten.

Bisphenol A machte also nicht in der Medizin Karriere, dafür aber in der Industrie. Als Industriechemikalie ist BPA heute in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs zu finden.

BPA Vorkommen – Beispiele:

  • Plastikgeschirr
  • Kunststoffbecher
  • Plastikspielzeug
  • Lebensmittelverpackungen
  • Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen
  • Thermopapier, Thermoetiketten und Kassenbons

Aber: Bisphenol A war doch mal angedacht, natürliches Östrogen zu ersetzten. Somit wurde BPA gleichzeitig zum Problem: Es wirkt sich auf den menschlichen Hormonhaushalt aus!

Wie wirkt BPA auf Mensch und Umwelt

Bisphenol A hat eine hormonelle Wirkung. Gelangt eine ausreichende Konzentration in den menschlichen Körper, kann dadurch das Hormonsystem verändert werden, die embryonale Entwicklung gestört werden oder die Fortpflanzung beeinträchtigt werden. Untersuchungen zeigen, dass BPA die Wirkung weiblicher Sexualhormone verstärkt und somit die Wirkung männlicher Sexualhormone und auch Schilddrüsenhormone hemmt.

Auch Schädigungen in der Tierwelt sind durch Studien belegt. Untersuchungen an Vögeln und Fröschen zeigen, dass sich BPA an den Rezeptoren für weibliche Sexualhormone anbindet, ihn aktiviert und bestimmte Effekte auslöst – zum Beispiel Fehlbildungen der Fortpflanzungsorgane.

Wie gelangt BPA in den menschlichen Körper

Durch Lebensmittel. BPA kommt zum Beispiel in der Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen vor. Als Epoxidharz ist BPA zwar gebunden, kann sich aber durch die Reaktion mit Wasser wieder freisetzten. Wie viel von dem BPA frei wird, kann nicht genau beziffert werden, da dies stark von dem Herstellungsverfahren des Konservenmaterials abhängt. Chemische Messungen ergaben eine Konzentration, die zwischen 5 und 38 Mikrogramm pro Kilogramm liegt.

Auch bei Erwärmung von Kunststoffmaterial kann sich BPA wieder lösen. Beispielsweise, wenn man Nahrung in Kunststoffbehälter erhitzt oder das Wasser in einer Plastikflasche durch Sonneneinstrahlung erhitzt wird. Das BPA löst sich und gelangt so in unsere Körper.

Wie gelangt BPA in die Umwelt

Über das Abwasser. Der größte Anteil stammt von Betrieben, die BPA produzieren oder verarbeiten (z.B. Herstellen von Polykarbonaten, Hersteller von Epoxidharzen, Thermopapier-produzierende Unternehmen).

Mit dem Abwasserstrom gelangt BPA in Kläranlagen. Bei Kläranlagen gibt es aber, gerade was die Höhe des Sauerstoffanteils betrifft, Unterschiede.

Ist die Abwasseranlage mit ausreichend Sauerstoff versorgt, findet eine guter Abbau von BPA durch Mikroorganismen statt. Labortests zeigen einen nahezu kompletten Abbau innerhalb von 2 bis 17 Tagen.

Ist allerdings zu wenig Sauerstoff vorhanden, verringert sich der BPA Gehalt im Abwasser gar nicht oder nur langsam.

Das gereinigte Wasser gelangt in unserer Gewässer – mit Resten von BPA.

BPA und unsere Gesundheit

Selten wurden die Qualitäten von Studien so kontrovers diskutiert wie bei BPA. Es gibt Untersuchungen an Versuchstieren, die gesundheitliche Effekte in niedrigen Dosen feststellten und es gibt Untersuchungen, die keine negativen Wirkungen finden konnten.

Die Studien, die negative Wirkungen bestätigen, überwiegen und machen die Gefahr von BPA deutlich.

Es gibt Untersuchungen an Ratten, die zeigen, dass BPA die geschlechtsspezifische Gehirn- und Organentwicklung auch beim Menschen beeinflussen könnte. Studien an Versuchspersonen, die in Betrieben arbeiten, in den BPA verarbeitet wird, zeigen beispielsweise vermehrt Erektions- und Ejakulationsprobleme.

Verbraucherschutzverbände behandeln BPA als gefährliche Chemikalie, die das hormonelle Gleichgewicht des Menschen stören kann. Außerdem kann es die Entstehung von Herzkreislauferkrankungen, Leberproblemen  und Diabetes fördern. Besonders Kinder können in den frühen Entwicklungsphasen in einer ordnungsgemässen Ausbildung der Organe und Drüsen gehemmt werden.

BPA ist gefährlich, aber: Die Dosis macht das Gift!

Diverse Studien zeigen negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen und der Umwelt. Die meisten Forscher sind sich mittlerweile einig: BPA ist ein giftiger Stoff. Allerdings ist immernoch nicht ganz klar, wieviel BPA nötig ist, um den Menschen gesundheitlich zu schädigen.

Die europäische Union für Lebensmittelsicherheit EFSA stuft die derzeitigen Aufnahmemengen von Erwachsenen und Kindern als unbenklich ein (Gutachten von 2015). Die tolerierbare tägliche Aufnahmemengen liegt bei 4 µg/kg Körpergewicht/Tag. Das ist die Dosis, die ein Leben lang ohne Gesundheitsrisiko aufgenommen werde kann.

Laut Bewertungsergebnissen der EFSA liegt die tägliche Aufnahme von BPA  bei einen Wert von maximal 1 und 1,5 µg BPA pro Kilogramm Körpergewicht.

BPA: Risikominderungsmaßnahmen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat den gesetzlichen Auftrag, stoffliche Risiken von Verbraucher-Produkten zu bewerten, darüber zu kommunizieren und je nach Fall Handlungsoptionen für eine Minimierung zu unterbreiten.

  • In Deutschland und der EU gelten Grenzwerte laut der Verordnung EU Nr. 10/201 über Gegenstände aus Kunststoff, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
  • Auch ist dort zum Beispiel festgelegt, dass BPA nicht zur Herstellung von Säuglingsflaschen eingesetzt werden darf.
  • In Spielzeugrichtlinien werden Grenzwerte festgelegt.

Bluhm Blog informiert über BPA

In unserem Blog-Beitrag “Was ist BPA” haben wir bereits über BPA berichtet und erklärt:

Beitrag: Was ist BPA?

Ein weitere Beitrag zum Thema Bisphenol A und Thermopapier folgt!

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