Was ist BPA?

Immer wieder sehen wir im alltäglichen Leben den Begriff „BPA-Frei“ oder lesen über eine wahrscheinlich ausgehende gesundheitliche Gefährdung des Menschen und der Umwelt durch BPA.

Aber was ist BPA eigentlich?

Was ist BPA?

BPA ist die Abkürzug für Bisphenol A. Bisphenol A bzw. BPA ist eine Chemikalie. Es handelt sich dabei um eine synthetische Substanz. Eine synthetische Substanz ist ein neuer zusammengebauter Stoff. Er wird aus Elementen zu einer Verbindung zusammengesetzt, sodass ein neuer Stoff entsteht.

Am einfachsten lässt sich das an dem Begriff „synthetische Drogen“ erklären: Unter diesem Sammelbegriff,  versteht man alle Drogen, welche ohne einen natürlichen Ausgangsstoff absolut chemisch im Labor hergestellt werden – zum Beispiel Ecstasy.

Biphenol A ist also eine rein chemisch hergestellte Substanz. Allerdings handelt es sich dabei um ein chemisches Laborprodukt, welches das absolut natürliche weibliche Sexualhormon Östrogen in der Wirkung nachahmen kann.

Anders als gedacht, machte BPA nach seiner Erfindung im Jahr 1936 jedoch keine Karriere in der Pharmazie. Es machte eine Alternativkarriere als Industriechemikalie.

Bisphenol A wird für die Herstellung einiger Kunststoffe eingesetzt. BPA sorgt dafür, dass das Plastik härter und damit länger haltbar ist. Es ist Bestandteil vieler Produkte des alltäglichen Gebrauchs, die aus stabilen Kunststoffen (Polykarbonate) bestehen und ist somit in vielen technischen Geräten und Haushaltsgegenständen zu finden.

BPA in der Kunststoffindustrie

Polykarbonate

Polykarbonate werden aus Bisphenol A hergestellt und besitzen eine hohe Festigkeit, Zähigkeit, Steifheit und Härte. Außerdem besitzen sie eine gute elektrische Isoliereigenschaft und hohe Beständigkeit gegenüber Witterungs- und Strahlungseinflüssen. Und noch eine für die Industrie positive Eigenschaft zeichnen Polykarbonate aus: Sie sind enflammbar, entfernt man aber die Zündquelle, brennt es nicht weiter.

Epoxidharze

Auch bei der Herstellung von Epoxidharzen wird Bisphenol A verwendet. Epoxidharze werden vorhehmlich als Oberflächenbeschichtung eingesetzt, beispielsweise in der Innenbeschichtung von Metallverpackung, also auch in Getränke- und Konservendosen.

Bisphenol A wird bei der Herstellung von Polykarbonat und Epoxidharen chemisch so umgewandelt, dass sich aus den einzelnen Molekülen lange Ketten und Netze (Polymere) bilden. Polymerisiertes Bisphenol A ist chemisch fest gebunden, kann aber unter Umständen wieder freigesetzt werden. Bei dem Herstellungsprozess wird mitunter nicht das komplette BPA chemisch umgewandelt und somit könnten Produkte aus diesen Materialien noch freie BPA-Reste enthalten.

Der Anteil ist allerdings extrem gering – der BPA Gehalt macht nur einige Millionstel des Produkts aus.

Vorkommen von BPA in Kunststoffen:

Polykarbonat- Kunststoffe Beispiele:

  • Gehäuse von elektrischen Geräten (z.B. Mobiltelefone, Wasserkocher, PC etc.)
  • CDs und DVDs
  • Motorradhelme
  • Autoteile
  • Flaschen und Behälter für Lebensmittel und Getränke
  • Medizinische Geräte

Epoxidharze Beispiele:

  • Bodenbeläge
  • Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen
  • Klebstoffe
  • Lacke
  • Sonstige Anwendungen mit BPA
  • Thermopapier (z.B. Kassenbons)
  • Bremsflüssigkeit (dient als Stabilisator)
  • Gummi- und PVC-Produkte

Um die verwendete Menge deutlich zu machen gab das Umweltbundesamt vor einigen Jahren Zahlen bekannt:

  • 2006 wurden weltweit in der chemischen Industrie 3,8 Millionen Tonnen BPA produziert.
  • In der EU wurde fast 1/3 der Weltproduktion produziert. Dies entspricht 1,15 Miollionen Tonnen produziertem BPA in der EU.

Zum Vergleich der produzierten Menge (Jahr 2006):

Es gibt noch zwei weitere Chemikalien die in großen Mengen in der EU hergestellt und verbraucht werden. Es handelt sich dabei um Phtalate (verwendet als Weichmacher für Kunststoffe) und Flammschutzmittel.

  • Produktion Phtalate:       1 Mio Tonnen
  • Flammschutzmittel:     465.500 Tonnen

BPA – weitere Informationen

Bisphenol A ist in vielen Produkten, die wir im täglichen Leben gebrauchen, vorhanden. Der größte Anteil des produzierten BPA ist in stabilen Kunststoffen zu finden.

Ob sich diese Chemikalien unter bestimmten Bedingungen aus den Gebrauchsgegenständen lösen kann und wie die Einflüsse auf den menschlichen Körper und die Umwelt sind, erklären wir in unseren nächsten Blogbeiträgen.

Ein weiterer Beitrag wird sich mit dem „Thema Bisphenol A und Thermopapier“ beschäftigen.

Weitere Informationen zu dem Thema BPA folgen in in den nächsten Tagen auf unserem Blog!

 

 

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