Druckluft Messuhr Industrie

Energiespar-Tipp: Ohne Druckluft etikettieren

Laut Umweltbundesamt verursacht die Industrie allein fast die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs in Deutschland. Die Übeltäter sind entlarvt: Mitunter gehören Druckluftanlagen zu den größten Stromfressern in Produktionsbetrieben. Hier liegt immenses Sparpotential verborgen, weshalb es sich lohnt, Alternativen zu erwägen.

Hohe Druckluftkosten reduzieren

Luft zum Atmen ist zwar gratis, dafür in gepresster Form umso teurer: Rund 16 Milliarden kWh Strom wenden Industrieunternehmen laut Deutscher Energieagentur (dena) jährlich auf, um Druckluft zu erzeugen. Eine Krux, wenn man bedenkt, dass von der zur Erzeugung aufgewendeten elektrischen Energie bis zu 90% in ungenutzter Abwärme verloren gehen! Durch gezielte Maßnahmen wie Druckabsenkung, Leckagenbehebung und Wärmerückgewinnung am Kompressor lassen sich schon einige Kosten einsparen. Doch was wäre, wenn man gleich ganz auf Druckluft verzichten könnte?

Tatsächlich ist es deutlich effizienter, Druckluft durch elektrische Antriebe zu ersetzen. Anfangen könnten Sie bei Ihren Kennzeichnungssystemen. In Etikettiermaschinen wird Druckluft meist für folgende Vorgänge eingesetzt:

  • Zum Stützen des Etiketts beim Abschälen von der Etikettenrolle
  • Zum Erzeugen eines Vakuums, welches das Etikett unter der Stempelplatte ansaugt
  • Für die automatische Stempelbewegung des Spendezylinders
  • Für das Abblasen des Etiketts auf das Produkt (berührungsloses Etikettieren)

Der Trend geht hin zu Etikettiermaschinen, die elektrisch und nicht pneumatisch angetrieben werden. So kann beispielsweise das Vakuum zum Festhalten des Etiketts auch mittels Ventilator bzw. Gebläse erzeugt und der Spendezylinder mit einem Servomotor oder Schrittmotor bewegt werden. Das Stützen des Etiketts ist je nach Konstruktion der Etikettiermaschine nicht nötig oder wird ebenso über elektrische Gebläse realisiert. Wenn nun die Etiketten vom Applikator direkt auf das Produkt aufgestempelt (Tamp-on-Verfahren) oder abgestreift werden (Wipe-on-Verfahren), wird gar keine Druckluft mehr benötigt!

Tamp-On-Verfahren: Etikett wird aufgestempelt
Tamp-On-Verfahren: Etikett wird aufgestempelt
Wipe-On
Wipe-On-Verfahren: Etikett wird mittels Bürste oder Rolle abgestreift

Etwas anders verhält es sich aktuell noch beim berührungslosen Etikettieren (Blow-on- und Tamp-Blow-Verfahren). Andreas Koch, Vertriebsdirektor von Bluhm Systeme, erklärt: „Momentan können wir leider bei Applikations-Verfahren, bei denen das Etikett abgeblasen wird, noch nicht ganz auf Druckluft verzichten. Aber wir arbeiten daran.“ Nichtsdestotrotz können wir bereits heute, sofern es die Applikation zulässt, steuertechnisch dafür sorgen, dass ein Druckluftverbrauch nur kurzzeitig dann erfolgt, wenn es auch nötig ist. Damit wird der Bedarf signifikant reduziert.

Blow-On
Blow-On-Verfahren: Etikett wird mit Überdruck berührungslos abgeblasen
Tamp-Blow
Tamp-Blow-Verfahren: Etikett wird zunächst durch Unterdruck festgehalten, positioniert und dann abgeblasen

Vollelektrische Etikettierer und ihre Vorteile

Die neuere Generation der Etikettiermaschinen von Bluhm Systeme wird mittlerweile von sparsamen Niedrigenergie-Motoren (< 0,75 kW) angetrieben. Zu den Energiesparwundern gehören der rein elektrische Übereck-Etikettierer Legi-Air 4050 CWS und der druckluftarme High-Speed-Etikettierer Legi-Air 6000.

Elektrisch angetriebene Etikettiersysteme bieten klare Vorteile für industrielle Anwendungen:

  • Kostensenkung durch weniger Energieverbrauch
  • Keine bzw. geringere Wartungskosten des Druckluftsystems
  • Höhere Produktionsleistung beim Etikettieren
  • Mehr Präzision bei der Etikettenpositionierung
  • Erweiterte Einsatzmöglichkeiten (z. B. im Tiefkühlbereich)
  • Bessere Steuerungsmöglichkeit
  • Längere Lebensdauer, weniger Verschleiß
  • Keine Produktionsausfälle durch verschmutzte Druckluft

Aus unserer Sicht ist es äußerst sinnvoll, den Druckluftverbrauch wann immer möglich zu senken. Wer ökologische Belastungen reduziert, trägt seinen Teil zu mehr Nachhaltigkeit bei. Energiesparen tut schließlich nicht nur der Umwelt gut, sondern auch der Betriebskostenkasse!

Bildquelle Titelbild: © industrieblick – Fotolia.com

Natalie Iwantschew

arbeitet seit 2016 im Fachbereich Online-Marketing bei Bluhm Systeme, wo sie unter anderem den internationalen Webauftritt www.bluhmsysteme.com betreut. Im Bluhm Blog berichtet sie über Wissenswertes zur industriellen Etikettierung, Inkjet-Kennzeichnung und Laserbeschriftung.
Natalie Iwantschew

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