RFID Hybridlabel: Zwei Frequenzen in einem Smart Label

Zuletzt aktualisiert am

RFID – die Abkürzung steht für „Radio Frequency Identification“. Übersetzt heißt das „Identifikation mit Hilfe elektromagnetischer Wellen“. Wenn es um logistische oder produktbezogene Anwendungen geht, dann steht oft eine ganz bestimmte Ausprägung der RFID-Technik im Mittelpunkt des Geschehens: das sogenannte „Smart Label“. Auf der Rückseite der „intelligenten Etiketten“ befindet sich nicht nur der übliche Klebstoff.

Abb. 1: Ein Winzling im Etikett ermöglicht riesige Anwendungen

Zusätzlich ist dort ein winziger RFID-Chip untergebracht, der mit einer ebenfalls eingelegten ultraflachen Antenne verbunden ist.

Der ganze Verbund ist sehr dünn, sodass auf der Vorderseite des Etiketts weiterhin eine Bedruckung mit den üblichen Methoden möglich ist. Während der Beschriftung zum Beispiel mit einem Etikettendrucker erhält es zusätzlich zu Barcode und Klartext automatisch im Chip noch eine eindeutige Programmierung.

 

Abb 2.: So funktioniert RFID

Die ist ab diesem Zeitpunkt auch ohne Sichtverbindung und ohne Berührung elektronisch auslesbar.
Es können sogar mehrere Etiketten ihre jeweiligen Identitäten gleichzeitig zurückmelden. Das nennen die Fachleute „Pulklesung“.

Eine eigene Stromversorgung benötigen die Winzlinge nicht. Die Radiowellen des Lesegeräts geben dem Chip genug „Saft“, um die eindeutige Nummer „zurück zu hauchen“.

Berührungslos, ohne Sichtverbindung, ohne Batterie

Für logistische Anwendungen wird der UHF-Frequenzbereich zwischen 850 bis 950 MHz verwendet. Diese Wellenlängen  ermöglichen ein Auslesen der Informationen auch aus einer Entfernung von mehreren Metern. Spezielle UHF-Lesegeräte stehen dafür in vielen Varianten für alle möglichen Anwendungen in Produktion und Lieferkette zur Verfügung.  Diese Technik kann zum Beispiel alle Kartons auf einer Palette gleichzeitig identifizieren und zählen. Oder alle einzelnen Artikel in einem geschlossenen Karton, um die Vollständigkeit auch von außen überprüfen zu können.

Hybrid RFID: Zwei Frequenzen in einem Label

Der Einzelhandel muss im Zuge der Digitialisierung und bei der Integration des Online-Verkaufskanals mit allen anderen Vertriebswegen („Omnichannel“) in Zukunft auch den Verbraucher stärker einbeziehen. Es wäre also von Vorteil, wenn auch der die RFID-Information in den Etiketten nutzen könnte, um beispielsweise weitere Informationen zum Produkt im Internet abrufen zu können. Oder über diesen Kanal mit dem Hersteller in einen Dialog zu kommen.
Geht aber nicht, weil ihm die dafür notwendigen UHF-Lesegeräte nicht zur Verfügung stehen. Zwar können moderne Smartphones ebenfalls mit RFID-Technik arbeiten. Aber der Frequenzbereich der dort verwendeten NFC-Technik liegt im HF-Band bei 13,56 MHz.

Hier setzt nun eine Technik an, die der Hersteller Identytag aus Bad Berleburg entwickelt hat: Das RFID-Hybrid-Label.

Abb. 3: Von vorne ganz normales Etikett …

Der Chip wird nicht nur mit einer einzigen Antenne im Etikett verbunden, sondern gleichzeitig mit zwei Antennen: Eine HF-Antenne in Form einer eine Spule (Abb. 4 / unterer Bereich) und eine UHF-Antennte in Form eines Dipols (Abb. 4 / oberer Bereich).

Abb. 4: …. drinnen teilen sich 2 Antennen einen Chip.

So kann auch mit einem Smartphone die Information ausgelesen werden.

Diese neuartige Technik eröffnet eine Vielzahl von neuen möglichen Applikationen, die Industrie und Handel nun weiter ausarbeiten werden. Wir können gespannt sein, welche Möglichkeiten sich ergeben.

Übrigens bietet Bluhm Systeme ein Vielzahl von Lösungen und Produkten an, um die Verwendung von RFID in Produktion und Logistik zu ermöglichen: Vom RFID-Etikettendrucker über den automatischen Druck-Spender bis zum geeigneten Zubehör. Unternehmen wie Rehau setzen die Technik und passende Bluhm-Produkte auch in der Produktionssteuerung erfolgreich ein, um eine Just-In-Sequence-Belieferung ihrer Kunden sicherzustellen. Hier der entsprechende Anwendungsbericht. Weitere Informationen zu RFID-Produkten finden Sie auf unserer Webseite.

Bildquelle und weitere Informationen: Identytag

 


Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Abonnieren Sie unseren Newsletter, um monatlich die besten Artikel per E-Mail zu erhalten:


Unser Newsletter enthält Informationen zu unseren Produkten, Angeboten, Aktionen und unserem Unternehmen. Sie können sich jederzeit wieder austragen, etwa über den "Hier abmelden"-Link in jedem Newsletter. Hinweise zum Datenschutz, Widerruf sowie Erfolgsmessung und Protokollierung erhalten Sie hier.


Teilen Sie diesen Beitrag in den Sozialen Medien:

Kurt Hoppen

seit über 30 Jahren bei Bluhm Systeme und an allen Dingen rund um Kennzeichnungstechnik, Logistik und Barcode interessiert.

Letzte Artikel von Kurt Hoppen (Alle anzeigen)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

17 − zwölf =