RFID Etiketten „verheiraten“ Schuhe

Schuhpaare im Schuhgeschäft fristen manchmal ein trauriges Dasein. Während der linke Schuh im Ladenregal steht, schlummert der rechte in einem Karton im Lager. Und leider ist eine Zusammenführung nicht immer möglich. Schon so mancher Schuh hat seinen Partner aus den Augen verloren und ist alleine geblieben. Das ändert sich jetzt: RFID Etiketten verbinden die einzelnen Schuhe zu einer Einheit.

Wo ist das passende Gegenstück? Ein neuer Identifikationsstandard "verheiratet" Schuhe miteinander, sodass sie leicht identifiziert und zugeordnet werden können. Bildquelle fotolia.com - © Nomad_Soul
Wo ist das passende Gegenstück? Ein neuer Identifikationsstandard „verheiratet“ Schuhe miteinander, sodass sie leicht identifiziert und zugeordnet werden können.
Bildquelle fotolia.com – © Nomad_Soul

RFID Shoes Group bringt Indentifikationsstandard heraus

Damit zusammenbleibt, was zusammengehört, hat die RFID Shoes Group – eine Initiative von von AIM-D e.V., ANWR Group und GS1 Germany mit über 60 Vertretern aus der Schuhproduktion, dem Groß- und Einzelhandel, der AutoID-Branche sowie Verbänden – einen neuen Identifikationsstandard entwickelt. Damit können Schuhe, die ein Paar und somit eine Handelseinheit darstellen, trotzdem getrennt identifiziert werden: Der neu entwickelte GS1 Standard Individual Trade Item Piece basiert auf dem elektronischen Productcode EPC. Anders als der EPC beinhaltet der ITIP (Individual Trade Item Piece) zusättzlich noch eine Teile-Nummer und die Gesamtzahl der Teile. In einer RFID Tagging Guideline gibt die Initiative eine Anwendungsempfehlung.

Zwei RFID Etiketten, ein Schuh-Paar

Bisher gab es immer nur einen RFID-Tag pro Schuhpaar. Doch in der Praxis hat sich gezeigt, dass zum Beispiel im Schuhladen, beim Retourenmanagement oder auch bei Herstellerprozessen zwei RFID-Etiketten, anhand derer die Produkte einzeln identifiziert werden können, Vorteile bringen.
Die Abläufe sind dadurch schneller und sicherer:

Stationärer Handel
Wenn sich bis dato im stationären Handel ein Kunde für einen Schuh interessierte, musste der Verkäufer ersteinmal das Gegenstück im Lager suchen. Schneller geht es jetzt mit dem neuen Verfahren, bei dem der Verkäufer einfach den Code ausliest und direkt angezeigt bekommt, wo er den zweiten Schuh findet. Außerdem werden so nicht versehentlich beispielsweise zwei optisch gleiche, aber in der Größe unterschiedliche Schuhe verkauft.

Einfacheres Retourenhandling

Im Versandhandel vereinfachen und beschleunigen die RFID-Etiketten deutlich das Retourenhandling. Durch Scannen der Retouren-Kartons lässt sich schnell prüfen, ob die Retoure vollständig ist und ob die Schuhe zusammengehören.

Automatisierung in der Produktion

In der Produktion werden die an unterschiedlichen Linien hergestellten schuhe mit Hilfe der RFID Etiketten automatisch zusammengeführt. Bildquelle: fotolia.com - © panpote
In der Produktion werden die an unterschiedlichen Linien hergestellten schuhe mit Hilfe der RFID Etiketten automatisch zusammengeführt. Bildquelle: fotolia.com – © panpote

Im Bereich der Produktion unterstützen die RFID-Etiketten mit dem ITIP die Automatisierung. Linke und rechte Schuhe werden auf unterschiedlichen Linien produziert. Mit Hilfe der RFID-Tags lassen sich die einzelnen Schuhe schnell automatisiert zusammenführen. Auch finden die Schuhpaare so den Weg in den richtigen Schuhkarton. Die RFID-Etiketten ermöglichen außerdem ein Tracking & Tracing der Ware.

Lösungen zur Kennzeichnung mit RFID Etiketten

Zum Thema „Automatisierung in der Produktion“ gehört auch das automatiserte Etikettieren der Produkte. Es gibt RFID Etikettendruckspender, die RFID Etiketten programmieren und zusätzlich auch sichtbar bedrucken können. Bei dieser Etikettenform handelt es sich um sogenannte Smart Labels. Anschließend bringen die Etikettierer die Etiketten auf die Produkte auf.
Für zusätzliche Sicherheit sorgt eine Bad Tag Reject Einheit: Sollten Etiketten aus irgendeinem Grund nicht lesbar sein, schleust sie die fehlerhaften Etiketten aus. 

Etikettendruckspender programmieren, bedrucken und applizieren RFID Etiketten vollautomatisch. Der Automobilzulieferer Rehau setzt einen solchen Etikettierer ein, um Stoßfänger zu etikettieren.

TIPP: Lesen Sie auch zu dem Thema, wie Rehau mit RFID Etiketten seine Produktion steuert und wie Ruder Verpackungen für seine Kunden Spezialverpackungen mit RFID Etiketten voretikettiert. Denn die Kunden wollen sich so entweder vor Diebstahl zu schützen oder die Produkte entlang der gesamten Lieferkette rückverfolgen können.

Sie haben Fragen, ob und wie Sie RFID in Ihrer Produktion sinnvoll einsetzen können? Als GS1 Solution Partner berät Sie die Bluhm Systeme GmbH gerne. Jetzt unverbindlich beraten lassen.

Selma Kürten-Kreibohm

verantwortet seit 2007 den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Bluhm Systeme und schreibt in ihrer Funktion als Redakteurin über Themen aus der Welt der Kennzeichnung.

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