RFID

RFID bei Fluggepäck: „Als die Koffer funken lernten“

Wenn alles nach Plan läuft werden 2020 die heutigen Gepäckanhänger im Flugverkehr mit RFID-Transpondern ausgestattet sein. So hat es die IATA (International Air Transport Association) jedenfalls verkündet. Dieser Verband entwickelt und koordiniert die technischen Grundlagen für den internationalen Flugverkehr.

RFID reduziert Koffer-Fehlerquote

Schon jetzt ist beim Fliegen jeder Koffer durch den Anhänger eindeutig per Strichcode identifiziert. Aber dieser Code kann nicht sicher gelesen werden, wenn das Lesegerät keinen freien Blick auf den flatternden Zettel hat. Und so kommt es immer wieder vor, dass Koffer verloren gehen. Zwar wurde die Fehlerquote in den letzten Jahren um mehr als 40 % reduziert. Aber zwischen zwei und sechs Koffern oder Taschen pro 1000 Passagiere  sind es immer noch, die zumindest zeitweise untertauchen (… je nach Kontinent). Mit der RFID-Technik kann das Packstück auch ohne Sichtverbindung zwischen Lesegerät und Anhänger identifiziert werden. Das Lesen der auf den Förderbändern in einem Flughafen vorbeihuschenden Gepäckstücke kann an wesentlich mehr Punkten erfolgen. Fehlleitungen werden so vermieden, der Service wird effizienter, die Kunden reisen entspannter.

Vor allem das Umleiten von Packstücken, die ihren beabsichtigten Flug verpasst haben oder die ins nächste Flugzeug umgeladen werden müssen, ist mit dieser Technik wesentlich besser möglich. Dabei passieren nämlich die meisten Fehler. Und in Europa muss besonders häufig umgestiegen und umgeladen werden.

Erste Tests mit RFID schon vor Jahren

RFIDEinzelne Fluggesellschaften wie beispielsweise Delta Airlines haben auch teilweise schon umgestellt. Früher waren die Kosten noch relativ hoch und die Technik in Teilen noch verbesserungsbedürftig. Aber heute hält man auch in der Luftfahrt RFID für die richtige Technologie zur richtigen Zeit. Die Lesereichweite und Zuverlässigkeit sind deutlich gestiegen und RFID lässt sich leicht erweitern. Die Technologie wurde mittlerweile erfolgreich in vielen anderen Branchen, darunter Einzelhandel und Gesundheitswesen, eingesetzt und bietet eine nahezu perfekte Genauigkeit für die Echtzeit-Sendungsverfolgung. Die Implementierung von RFID in der gesamten Logistik-Kette wird zweifellos komplex sein. Jede Installationsstelle eines Lesegeräts muss untersucht werden, da sie sich oft an abgelegenen Orten befindet. Das Ganze muss auch vernetzt sein. Darüber hinaus müssen auch alle Interessengruppen, einschließlich Airlines, Flughäfen und Bodenabfertiger mitentscheiden können. Da ist es leicht zu verstehen, warum die Implementierung einige Jahre dauern wird. Man betrachtet durchaus auch noch alternative Konzepte, die aber ebenfalls auf RFID basieren. Wie wäre es beispielsweise, wenn jeder Koffer schon ab Werk eine eigene eindeutige RFID-Kennung hätte und nicht immer erneuert werden muss? Dann reicht für das Einchecken der bisherige normale Anhänger.

Je schneller die Umsetzung, desto schneller der ROI

RFID wird voraussichtlich parallel zu den aktuellen Technologien und Systemen eingeführt. Den Gepäcksortiersystemen wird es egal sein, ob eine Tasche RFID- oder Barcode-fähig ist. Die meisten Experten sind sich einig, dass die Fluggesellschaften beide Technologien auf absehbare Zeit nutzen werden. Das bedeutet, dass eine Fluggesellschaft RFID so langsam oder so schnell implementieren kann, wie es ihr gefällt. Je schneller die Umsetzung, desto schneller wird ein Return of Investment (ROI) erzielt. Und die Airline, bei der dank RFID keine Koffer mehr verloren gehen und die Gepäckstücke zuverlässiger ankommen, kann sich so von ihren Wettbewerbern abheben.

RFID hat sich auch in logistischen Prozessen in Industrie und Handel als Kennzeichnungsmethode mittlerweile etabliert. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie z.B. Rehau die individuell gefertigen Stoßfänger an die Automobilhersteller liefert – Just-in-Time- und Just-in-Sequence, dann empfehlen wir den entsprechenden Artikel auf unserer Webseite.

Sie möchten mehr zum Thema RFID erfahren? Senden Sie uns eine Anfrage mit dem Stichwort „RFID“ oder schauen Sie in unsere Broschüre:

Jetzt kostenlose RFID Broschüre herunterladen!

 

Kurt Hoppen

seit über 30 Jahren bei Bluhm Systeme und an allen Dingen rund um Kennzeichnungstechnik, Logistik und Barcode interessiert.

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Abonnieren Sie unseren Newsletter, um monatlich die besten Artikel per E-Mail zu erhalten:

Unser Newsletter enthält Informationen zu unseren Produkten, Angeboten, Aktionen und unserem Unternehmen. Sie können sich jederzeit wieder austragen, etwa über den "Hier abmelden"-Link in jedem Newsletter. Hinweise zum Datenschutz, Widerruf sowie Erfolgsmessung und Protokollierung erhalten Sie hier.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.