Produktkennzeichnung goes Bio

Grasetiketten, Polyethylen-Aufkleber aus Zuckerrohr und passende Klebstoffe aus Kartoffelstärke versprechen weniger CO2-Emissionen und Wasserverbrauch. Doch wenn es um die Recyclingfähigkeit der Verpackung samt Etiketten geht, ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig.

 „Etiketten können die Recyclingfähigkeit der Verpackung, auf der sie aufgebracht sind, beeinflussen“, sagt Thorsten Pitschke vom bifa Umweltinstitut. Da Verpackungsabfälle maschinell sortiert werden, erschweren insbesondere großflächige Etiketten auf der Verpackungsoberfläche, dass das eigentliche Verpackungsmaterial richtig erkannt wird. Auch im weiteren Recyclingprozess können Etiketten und die eingesetzten Klebstoffe das Recycling besonders von Kunststoff- und Papierverpackungen beeinträchtigen, erklärt der Projektmanager für Systemanalyse, Ökobilanzierung und Ökoeffizienzanalysen.

Klebstoff aus Kartoffelresten

Neben umweltfreundlichen Etikettier-Materialien sind demnach auch innovative Klebstoffe gefragt. Und hier beginnt die Herausforderung, denn nicht jeder Kleber ist umweltfreundlich. Die meisten Klebstoffe bestehen bislang aus Epoxidharzen auf Erdölbasis. Der Hersteller CPH aus Essen arbeitet aktuell an einem Hochleistungsklebstoff aus Kartoffelresten.  Kartoffelstärke wird hierfür aus dem Abwasser der Pommes- und Chips-Produktion gefiltert. Ein Problem, das aktuell noch nicht gelöst ist: Klebstoff aus Kartoffelstärke ist zwar umweltfreundlich, aber auch sehr wasserlöslich. Die Essener Klebstoff-Experten arbeiten mit dem Niederländischen Unternehmen Novidon an einem Verfahren, um das zu ändern. Auch Pflanzenöle sollen künftig als Basis für Bio-Klebstoff genutzt werden. Eine Idee, die unter anderem das Fraunhofer Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen in Halle verfolgt.

Zuckerrohr als Erdöl-Ersatz

Wenn es um die Materialien von grünen Etiketten geht, rät der bifa-Experte: „Mit Blick auf eine gute Recyclingfähigkeit der Verpackung sollten Etiketten idealerweise aus dem gleichen Material wie die Verpackung bestehen.“ Ein beliebtes Etiketten-Material in der Industrie sind Folien aus Polyethylen. Sie sorgen dafür, dass Aufkleber haften und in Form bleiben, selbst wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen. Und dazu kommt: Sie gelten in Kombination mit einer klassischen Kunststoff-Verpackung als „sortenrein“ – das heißt, sie erleichtern den Recyclingprozess. Der Nachteil: Basis für diese Folien war bislang Erdöl. Seit einigen Jahren gibt es nun eine Alternative aus Bio-Ethanol, das aus Zuckerrohr gewonnen wird. Das Material kann in den herkömmlichen Verfahren bedruckt werden. Gleiches gilt für Etiketten aus Recyclat. Diese sind zwar nicht biologisch abbaubar, bestehen dafür aber zu 100 Prozent aus wiederaufbereitetem Polyethylen und tragen zu einer besseren Umweltbilanz bei.

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Etiketten aus Steinmehl

Eines der Materialien, das in den vergangenen Jahren für umweltfreundliche Etiketten verstärkt zum Einsatz kommt, ist Steinmehl. Dahinter verbirgt sich Calciumcarbonat – ein Abfallprodukt bei der Marmorproduktion oder in der Bauindustrie. Für die Herstellung werden weder Wasser noch Bleichmittel benötigt. Gebunden wird das Material mit Hilfe von Polyethylen. Auch dieses muss nicht zwangsweise aus herkömmlichem, erdölbasiertem Kunststoff bestehen, sondern kann etwa aus biologisch abbaubarem Polyethylen-Harz hergestellt werden.

Etiketten aus Steinmehl sind wasserfest und eignen sich vor allem für Produkte, die Fett enthalten, wie Cremes oder Verpackungen, die mit Wasser in Kontakt kommen, etwa Duschgels oder Shampoos. Ein Grund, weshalb die Steinmehl-Etiketten bereits vermehrt in der Kosmetik-Branche eingesetzt werden.  Auch beim Drucken spart Steinpapier Ressourcen: Da das Material keine Zellstoffe enthält und damit faserfrei ist, absorbiert es keine Farbe und kann so bis zu einem Fünftel einsparen.

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Mehr Gras, weniger Bäume

Eine weitere grüne Alternative – im wahrsten Sinne – sind Grasetiketten. Gras ist vielerorts verfügbar, was für kurze Transportwege sorgt. Komplett ohne herkömmliches Papier kommen sie indes nicht aus. Das Gras ist ein Hilfsstoff und ersetzt den herkömmlichen Zellstoff aus Holz zur Hälfte. Damit halbiert sich bei der Herstellung des Graspapiers auch der Wasseranteil.
„Betrachtet man nicht die Recyclingfähigkeit einer Verpackung, sondern das Etikett als eigenständiges Produkt, so kann der Einsatz nachhaltig hergestellter Materialien helfen, die Ökobilanz des Etiketts zu verbessern“, fasst Thorsten Pitschke zusammen.

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Für mehr Informationen über unsere umweltfreundlichen Etiketten, aus Zuckerrohr, Steinmehl, Gras oder kompostierbare Etiketten, wenden Sie sich gerne an unsere Experten.

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Monique Opetz
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