Oft länger gut MHD Label

„Oft länger gut“-Label soll Lebensmittel retten

In deutschen Privathaushalten werden jährlich über 6 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, obwohl sie noch einwandfrei genießbar wären. In ca. 10 % der Fälle liegt es daran, dass Verbraucher das Mindesthaltbarkeitsdatum mit einem Verfallsdatum verwechseln. Sie schmeißen das Produkt einfach weg, sobald das aufgedruckte Datum erreicht ist. Das ist aber vor allem ethisch fragwürdig: Die Lebensmittelverschwendung in Industrieländern wie Deutschland trägt schlussendlich zur Ressourcenverknappung und Hungersnot in Entwicklungsregionen bei.

Das Unternehmen Too Good To Go hat sich angesichts dessen für einen neuen Zusatzhinweis auf Lebensmitteln stark gemacht: Seit November tragen erste Verpackungen im Supermarkt ein ergänzendes Label mit der Aufschrift „Oft länger gut“. An der Initiative beteiligen sich bereits viele Hersteller und Händler, darunter beispielsweise Alnatura, Danone, Lidl und Kaufland.

Mindesthaltbarkeitsdatum ≠ Verfallsdatum

Nur leicht verderbliche Lebensmittel, die nach kurzer Zeit ein Gesundheitsrisiko darstellen könnten, tragen ein Verbrauchsdatum (auch Verfallsdatum genannt). Nach Ablauf des Datums darf es nicht mehr verkauft werden und sollte auch nicht mehr gegessen werden.

MHD auf einem Tiefkühlkuchen
MHD auf einem Tiefkühlkuchen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt hingegen an, bis zu welchem Zeitpunkt ein Lebensmittel bei richtiger Aufbewahrung ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen zu konsumieren ist. Diese Produktkennzeichnung ist auf Fertigprodukten vorgeschrieben und wird im Ermessen des Herstellers festgelegt. Häufig ist das Lebensmittel aber noch deutlich nach dem angegebenen Datum verzehrbar.

Bei Produkten mit der Aufschrift „Mindestens haltbar bis“ sollte die Devise lauten: Erst mal schauen, riechen, schmecken. TV-Koch Christian Rach erklärt im „Oft länger gut“-Kampagnenvideo, wie man auf die eigenen Sinne vertraut:

In Zukunft könnte auch ein anderes Verfahren dabei helfen, Lebensmittel zu retten: Englische Forscher haben neuartige „Frische-Sensoren“ entwickelt, die Verderbgase erfassen und uns per App informieren könnten, was reif für die Tonne ist – oder noch guten Gewissens gegessen werden kann.

Tipp: Wer wissen möchte, was er gegen Lebensmittelverschwendung tun kann, findet zum Beispiel hier viele Tipps: www.zugutfuerdietonne.de

Natalie Iwantschew

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