Live Tag

Live Tag: Jeder Gegenstand wird intelligent

Da kann man gar nicht genug Finger haben, wenn demnächst überall „Live Tags“ kleben.  Die machen nämlich aus Alltagsobjekten smarte und vernetzte Objekte – ganz im Sinne des „Internet der Dinge“ – neudeutsch „IOT  Internet of Things“. Jede Berührung mit dem Finger können diese Tags wahrnehmen, die ein Smartphone registrieren kann. Und das obwohl sie nicht elektrisch verbunden sind und auch keine Batterie haben.

Fast wie RFID – aber auch nur fast

Die Idee der „Live Tags“ stammt von den Forschern der USCD  (University of California, San Diego). Sie ähneln den im Logistikbereich vielfach eingesetzten RFID-Tags. Aber die haben noch einen Chip, selbst sowas benötigt der „Live Tag“ nicht, um alles um uns herum besser zu vernetzen.

Geometrische Muster aus Kupferfolie, die Forscher nennen sie Resonatoren, werden auf papierähnliche Substrate gedruckt, die als sogenannter „Tag“ wiederum auf normale Alltagsgegenstände aufgeklebt werden. Diese Tags funktionieren im Wesentlichen wie „Spiegel“, die Radiosignale von einem WiFi-Router reflektieren. Wenn der Finger eines Benutzers diese Muster berührt, dann werden die reflektierten WiFi-Signale gestört. Von einem WiFi-Empfänger – wie zum Beispiel einem Smartphone – können diese Störungen berührungslos und aus einer gewissen Entfernung erfasst werden. Und weil die Störung je nach Muster unterschiedlich, aber genau vorhersehbar ist, kann man aus der Art der Störung schließen, welche Taste berührt wurde. So werden Alltagsobjekte zu intelligenten Geräten. Aus den „Live Tags“ werden Tastaturen, mit denen Lautsprecher, Beleuchtungen oder andere Geräte  wie zum Beispiel komplette Smart Home-Schaltzentralen gesteuert werden können.

Im folgenden Video beschreibt der Entwickler Xinyu Zhang die Funktion der Live Tags genauer:

Die smarte Wasserflasche

Aber es gibt noch mehr mögliche Anwendungen: Mit einem „Live Tag“ auf einer Kunststoff-Flasche kann zum Beispiel der Füllstand einer Wasserflasche überwacht werden. Das Wasser im Inneren beeinflusst die Funkwellen auf ähnliche Weise wie ein Fingerdruck. Der Tag hat mehrere Resonatoren, die jeweils auf einen bestimmten Wasserstand „gestimmt“ sind. Die zugehörige Anwendung im Smartphone kann seinen Eigentümer rechtzeitig daran erinnern, den nächsten Schluck zu nehmen. Wenn er dafür eine Erinnerung benötigt und nicht einfach dann trinkt, wenn er durstig ist.

Ein weiteres mögliches Einsatzgebiet ist die Kennzeichnung von Produkten in Einzelhandelsgeschäften, um damit das Kundeninteresse zu bewerten. Wie oft wurde ein Produkt in die Hand genommen und wieder ins Regal gestellt? Soll vielleicht automatisch ein Video abgespielt werden mit zusätzlichen Kaufargumenten, sobald jemand ein bestimmmtes Produkt in die Hand nimmt? Diese Methode bietet deutlich mehr Schutz der Privatsphäre als beispielsweise Kameras, die heute für solche Zwecke diskutiert werden.

Live Tag – zahlreiche neue Möglichkeiten

Die Forscher stellten auch mehrere Einschränkungen der Technologie fest. Der „LiveTag“ kann beispielsweise derzeit nicht mit einem WiFi-Empfänger bzw. Smartphone arbeiten, das mehr als einen Meter entfernt ist. Daher arbeiten die Forscher daran, die Empfindlichkeit und Reichweite der Tags zu verbessern. Letztendlich will das Team sogar eine Möglichkeit entwickeln, die Tags mit einem gewöhnlichen Inkjet-Drucker herzustellen, was die Produktion deutlich verbilligen würde.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie heute schon mit moderner Radiofrequenztechnik im Logistikbereich Abläufe steuern und verbessern können, dann sind wir Ihr richtiger Ansprechpartner:

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Kurt Hoppen

seit über 30 Jahren bei Bluhm Systeme und an allen Dingen rund um Kennzeichnungstechnik, Logistik und Barcode interessiert.

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