Interaktive Straßenkennzeichnung von Umbrellium

Warum nicht Elektronik einsetzen, um Straßen interaktiv zu machen und damit die Sicherheit zu erhöhen? Diesen Gedanken hat das Londoner Unternehmen Umbrellium in einem Prototyp umgesetzt, der zeitweise im Süden von London in Betrieb war. Das Consulting- und Software-Haus schafft nach eigenem Bekunden technologische Werkzeuge zur Unterstützung der Bürgerbeteiligung und des Engagements in den Städten.

Der Fußgängerüberweg ist einer der komplexesten Punkte, den man im Straßenverkehr heutiger Städte findet. Die meisten Diskussionen über Straßentechnologie drehen sich aber um die Fahrzeuge und nicht um die Fußgänger. Der erstmalig in den 1940er Jahren in London auf die Straße gepinselte Zebrastreifen wird mit dem interaktiven Zebrastreifen von Umbrellium ins aktuelle Jahrtausend katapultiert.

Der sogenannte „Starling Fußgängerüberweg“ arbeitet mit leicht verständlichen Markierungen und Farben und reagiert dynamisch in Echtzeit auf unterschiedliche Bedingungen. Muster, Layout, Konfiguration, Größe und Ausrichtung von Fußgängerüberwegen ändern sich, um die Sicherheit von Fußgängern in den Vordergrund zu stellen. Die gesamte Fahrbahnoberfläche im Kreuzungsbereich wird von Kameras überwacht und enthält computergesteuerte LEDs, die bei Tag,  bei Nacht und bei schlechter Witterung aus allen Blickwinkeln sichtbar sind.

Die Oberfläche ist stark genug auch für hohe Gewichte und garantiert selbst bei strömendem Regen eine gute Bodenhaftung für die Fahrzeuge. Mit Hilfe eines neuronalen Netzwerks verfolgen Kameras alles, was sich auf der Straße bewegt. Es unterscheidet zwischen Fußgängern, Radfahrern und Fahrzeugen, berechnet ihre genauen Positionen, Bewegungsrichtungen und Geschwindigkeiten und ermittelt,  wohin sie sich im nächsten Moment bewegen dürften.

Anpassung an Tagesverlauf und Situation

Am frühen Morgen, wenn es nur wenige Fußgänger gibt, erscheint der elektronische Zebrastreifen nur dann, wenn sich jemand nähert. Und genau so, dass die Straße am sichersten ist und der Verkehr im Fluss bleibt.  Später am Tag, wenn Kneipen schließen oder ein Film endet müssen viele Menschen gleichzeitig die Straße überqueren. Der Weg vergrößert sich automatisch in der Breite, um mehr Fußgänger aufzunehmen. Wenn eine Person durch ein Handy abgelenkt ist, den Blick zu sehr nach unten richtet, dann leuchtet ein Warnmuster am Boden auf. Wenn ein Kind unerwartet auf die Straße läuft, wird eine große Pufferzone geschaffen. So werden alle Fahrer und Radfahrer in der Nähe auf die Gefahr aufmerksam.

In einer besonders gefährlichen Situation, wenn ein Fußgänger sich beispielsweise im toten Winkel eines Fahrzeugs bewegt, passt sich das System in Echtzeit an. Es lenkt die Aufmerksamkeit direkt auf die Position und Laufrichtung des versteckten Fußgängers. Das System kann sich auch an verschiedene spezifische Umweltbedingungen anpassen. Bei nassem Wetter werden die Fußgänger-Pufferzonen größer. Und besonders umweltbelastende Fahrzeuge werden weiter entfernt von den Fußgängern angehalten. Das System ist sogar lernfähig: Wenn viele Menschen diagonal von der U-Bahn-Station in das Einkaufszentrum gehen, dann passt sich auch der Zebra-Streifen in seiner Ausrichtung an.

Bildquelle und weitere Informationen: Umbrellium / Starling Crossing

 


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Kurt Hoppen

seit über 30 Jahren bei Bluhm Systeme und an allen Dingen rund um Kennzeichnungstechnik, Logistik und Barcode interessiert.

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