In Echtzeit! Laser „erkennt“ krebskrankes Hirngewebe

Eine Operation am Gehirn ist heikel, denn jeder Schnitt kann verheerende Folgen haben. Die Operation eines Hirntumors ist überdies sehr langwierig. Regelmäßig müssen Proben entnommen und im Labor untersucht werden, damit gesundes von krankem Gewebe zweifelsfrei unterschieden werden kann.

Das könnte sich bald ändern: In London haben Neurochirurgen einen Patienten mit einer Lasertechnik behandelt, mit der sich der Zustand des Gewebes schon während der Operation bestimmen lässt. Die Methode erlaubt es, die Streuung von Licht an Molekülen oder Festkörpern auszuwerten. Anhand der Reflexion der Strahlen konnten die Londoner Ärzte in Sekundenschnelle erkennen, wo das Gehirn von Krebs befallen ist. So konnten sie sofort entscheiden, wo sie schneiden müssen.

Bildquelle: Max Planck Institut
Bildquelle: Max Planck Institut.

Mit der nach dem indischen Physiker C.V. Raman benannten „Raman-Spektroskopie“ kann man die Eigenschaften einer Materie untersuchen. Bei Tumoroperationen funktioniert das Verfahren wegen der unterschiedlichen „Signaturen“, die kranke und gesunde Gewebe aufzuweisen haben: Bestimmte Lipide oder auch Proteine können zum Beispiel in krankem Gewebe häufiger oder aber auch seltener vorkommen als in gesundem. Faszinierend ist, dass diese Analyse in Echtzeit geschieht!

Der 22-jährige Patient, der selbst Physiker ist und mit Lasertechnik forscht, hat die Operation erfolgreich überstanden und erholt sich scheinbar gut. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die neuen Erkenntnisse auf die Krebsforschung und die hohe Anzahl von betroffenen Patienten auswirken werden.

Quelle Beitragsbild: Max Planck Institut.

Antoinette Aufdermauer