Fälschungsschutz mit buntem Sand und PUF

Forscher der Universität Kopenhagen haben ein neues System für den Fälschungsschutz entwickelt und patentiert. Damit könnten Hersteller ihre Originalprodukte kennzeichnen und damit Raubkopien verhindern bei  Arzneimitteln, Lebensmitteln, Designartikeln, Kunstwerken …. und so weiter. Es handelt sich um winzige Partikel verschiedener Lanthanoide (seltene Erden). Die sind zufällig und flächendeckend in einer hauchdünnen, transparenten Kunststoff-Folie eingebracht. Auf Anregungen mit verschiedenen Laserstrahlen reagieren die Taggants (könnte man übersetzen mit „Identitäts-Marker“) je nach Material und Beschaffenheit unterschiedlich. Aus der optischen Erfassung des Gesamtbilds errechnet sich ein elektronischer Schlüssel, den der Hersteller als digitale Information wie einen Fingerabdruck in einer Datenbank ablegt.

Im späteren Verifikationsprozess wird die Echtheit des Produkts dann überprüft, indem man auf die gleiche Art und Weise den Schlüssel errechnet und diesen dann mit dem Eintrag in der Datenbank vergleicht.

Was heißt PUF?

Solche natürlichen Fingerabdrücke nennt man übrigens in der Welt der Kryptographie „PUF“. Das steht für „Physically Unclonable Function“. Es handelt sich um Eigenschaften, die im Produktionsprozess zufällig entstanden sind und auch vom besten Fälscher nicht nachgebildet werden können. Die dünne Folie könnte dann beispielsweise in ein Etikett integriert sein. Ein zusätzlich zum Zeitpunkt der Produktion des Produkts auf dem Etikett gedruckter serialisierter Datamatrix-Code, mit dem Fingerabdruck in der Datenbank verheiratet, ergibt dann eine fälschungssichere Kennzeichnung ganz besonderer Güte.

In einem Jahr will man soweit sein, um die Verschlüsselung auch im großen Maßstab für industrielle Anwendungen anbieten zu können. Wir bleiben am Ball.

Wer sich mit den Details auf wissenschaftlicher Ebene beschäftigen möchte, dem sei der Artikel im Magazin Science Advances empfohlen.

Beim Titelbild handelt es sich übrigens um ein Symbolbild. Die beiden verlinkten Artikel enthalten auch noch detaillierteres Fotomaterial.

Bildquelle und weitere Informationen: University of Copenhagen

 

 


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Kurt Hoppen

seit über 30 Jahren bei Bluhm Systeme und an allen Dingen rund um Kennzeichnungstechnik, Logistik und Barcode interessiert.

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