Eingebaute Vorfahrt! RFID-Chips am Fahrrad sorgen für “grüne Welle”

Jetzt aber schnell! Wenn Sie noch ein Weihnachtsgeschenk brauchen, dann nehmen Sie am besten das Auto – es sei denn Sie wohnen in Aarhus, dann nehmen Sie besser das Fahrrad!

Warum das? Weil Fahrzeuge – im Gegensatz zu Fahrrädern – normalerweise von Induktionsschleifen unter dem Asphalt rechtzeitig registriert werden können. Als Autofahrer haben Sie also eine Chance auf eine “grüne Welle”.

Fahrradfahrer hingegen sind für die Detektoren unsichtbar und werden regelmäßig von Rotphasen ausgebremst. Im dänischen Aarhus fand man das ungerecht: Daher hat die Stadt im Rahmen des EU-Projekts Rapid Deployment for Intelligent Cities and Living (Radical) ein Pilotprojekt gestartet.

Detektoren, die an graue Stromkästen erinnern, wurden dazu vor einer Straßenkreuzung installiert und mit der Ampelschaltung gekoppelt. Gleichzeitig klemmten sich 200 Fahrradfahrer sogenannte RFID-Transponder in die Speichen ihrer Vorderräder. Diese RFID-Chips kommunizieren über elektromagnetische Wellen mit den Detektoren. Sobald sich die Räder der Kreuzung nähern, springt die Ampel auf Grün – natürlich nur dann, wenn gerade kein Auto in Sicht ist.

Bildquelle: ID-advice
Bildquelle: id-advice.dk

Aarhus will Projekt auf 1.000 Radler ausbauen

Bislang läuft das Projekt vielversprechend: Seit dem Start im April 2015 gab es keine Unfälle und die Zahl der Radfahrer hat sich signifikant erhöht. Grund genug für die Stadt, die Technologie rund um die RFID-Chips auszubauen. Mitte 2016 will sie die nächsten Kreuzungen umbauen und 1.000 zusätzliche Radler ins Projekt einbeziehen.

Hinter den RFID-Chips für Fahrräder steckt das dänische Unternehmen ID-advice. Da das Konzept prinzipiell auf jede Stadt übertragbar ist, haben Lissabon und Athen bereits Interesse signalisiert. Anreiz sind die im Vergleich zu Induktionsschleifen geringeren Kosten.

Eine Alternative findet sich übrigens in Kopenhagen: Dort signalisieren LEDs im Asphalt den Radfahrern die passende Geschwindigkeit für eine grüne Welle. Und auch ein neuer Berliner Radweg soll Fahrradfahrer vom Rotstress erlösen.

Quelle Beitragsbild: id-advice.dk.

Antoinette Aufdermauer

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