Die schlausten Bauern haben digitale Kartoffeln

Auch in der Landwirtschaft ist die Digitalisierung auf dem Vormarsch. „Smart Farming“ ist das Stichwort. Ein gutes  Beispiel dafür: Die digitale Kartoffel. Das elektronische Gemüse wurde von Forschern der Universität Saarbrücken und des DFKI (Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz)  Saarbrücken entwickelt. Das Team um Prof. Wolfgang Maaß und Dr. Sabine Janzen hat sich damit beschäftigt, wie man durch den Einsatz von Elektronik die Produktqualität erhöhen kann.

Schonende Ernte

Ein großes Problem bei Kartoffeln sind heftige Stöße während der Ernte und der Verarbeitung. Früher bei der Ernte mit der Hand achtete man auf schonenden und sorgfältigen Umgang. Heute sind sogenannte Vollernter im Einsatz. Die Kartoffel bekommt bei falscher Einstellung der Maschine und bei grobem Umgang einen „blauen Fleck“, der schließlich dazu führen kann, dass sie verdirbt. Um die falsche Behandlung schnell zu erkennen und sofort abstellen zu können hat man eine künstliche Kartoffel mit elektronischem Innenleben entwickelt.

Vor der Ernte werden mehrere dieser schmerzempfindlichen Knollen auf dem Feld vergraben, die dann mit der Ernte wieder eingesammelt werden. Sie messen die Stöße auf dem Rüttelband, die Kollisionen mit Steinen oder Kartoffelkollegen und die Stürze in den Transportwagen. Die Daten der Sensorknolle werden live ausgewertet und nun kann der Landwirt eingreifen: beispielsweise die Maschine so einstellen, dass mehr Erde mit ausgehoben wird, um Schläge damit abzufedern. Noch auf dem Feld werden so die Probleme angegangen und gelöst.

nPotato

Die „nPotato“ war auf der Hannover Messe zu sehen. Natürlich sind die Daten dann auch noch für andere Zwecke einsetzbar. In einem Konsortium mit der RWTH Aachen, namhaften Landmaschinenherstellern und anderen Partnern wird in einem Projekt erarbeitet, wir Maschinen besser vernetzt, Daten über die Lieferkette transparent bereitgestellt und so die Qualität der Ware erhöht werden kann.   „Internet of Things“ und „Industrie 4.0“ wird also auch in den Bereichen der Nahrungsmittelerzeugung immer mehr zum täglichen Brot.

In der Mediathek der ARD gibt es einen interessanten Film zu diesem Thema und dem „Smart Farming“. Hier der Link, die smarte Kartoffel ist ab ca. 2:08 zu sehen.

Hannah Stein und Mirco Pyrtek (l.) arbeiten im Team des Saarbrücker Wirtschaftsinformatikers Prof. Wolfgang Maaß mit daran, eine Fülle von Daten rund um die Kartoffel zu vernetzen. Um zu erfassen, wie viele Stöße die Knolle auf dem Förderband einsteckt, lassen sie eine schmerzempfindliche künstliche Knolle (auf dem Tisch) miternten. Quelle: DFKI

Tracking und Tracing dank Kennzeichnung

Für eine gezielte Rückverfolgbarkeit über Chargen- und Loskennzeichnung dienen geeignete Kennzeichnungssysteme. Das kann ein Inkjet-System zum Aufdruck der Chargennummer sein wie in diesem Artikel geschildert.  Oder ein Thermotransfer-Direktdrucker, der den Kartoffelbeutel direkt beschriftet. Aber auch die Kartoffel selbst könnte mit einer Kennzeichnung versehen sein – beispielsweise mit einem Laser-System.

Bildquelle und weitere Informationen: DFKI Saarbrücken, Uni Saarland, Projekt Smart Farming / RWTH / FIR, ARD / Check eins

 


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Kurt Hoppen

seit über 30 Jahren bei Bluhm Systeme und an allen Dingen rund um Kennzeichnungstechnik, Logistik und Barcode interessiert.

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