Demnächst Herkunftskennzeichnung für Baustoffe?

Wir es demnächst eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Baustoffe geben? Bildquelle: fotolia.com – © DanBu.Berlin

Müssen Baustoffe demnächst eine Herkunftskennzeichnung haben? Geht es nach dem österreichischen Fachverband der Stein- und keramischen Industrie, dann „ja“. Der Verband fordert schon seit längerem eine verpflichtende Kennzeichnung für Baustoffe, aus der hervorgeht, woher der Baustoff stammt. Hintergrund ist, dass Massivbaustoffe wie Zement, Ziegel, Beton und Putze den Ruf haben, wenig umweltfreundlich zu sein. Viele glauben, dass die Verwendung von Holz im Gegensatz dazu besonders ökologisch sei. Doch so einfach ist das nicht!

Holz ist nur dann CO2-neutral, wenn es aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Dazu am besten noch aus der direkten Umgebung. Denn oft genug wird Holz heutzutage über viele hunderte, wenn nicht tausende Kilometer transportiert. Wohingegen die Materialien – wie Zement, Ziegel, Beton und Putze – so ist der Fachverband überzeugt – in der Regel aus der unmittelbaren Umgebung stammen. Massivbaustoffe hätten also ganz kurze Transportwege.

Für Holz gibt es teilweise schon freiwillige Herkunftskennzeichnung Bildquelle: fotolia.com – ©scharfsinn86

Erste Ansätze für Herkunftskennzeichnung von Holz

In der Schweiz gibt es bereits eine freiwillige Herkunftskennzeichnung für Schweizer Holz. Das Holz-Label weist den Schweizer Ursprung nach und steht für besondere Produkteigenschaften und Herstellungsmethoden.

Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände und der Deutsche Forstwirtschaftsrat (AGDW/DFWR) arbeiten an einem an einem europäischen Siegel für Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Grundlage hierfür sind die sogenannten Helsinki-Kriterien, die 1993 von den europäischen Ministern für Land und Forstwirtschaft beschlossen wurden.
Außerdem gibt es noch das Programme for the Endorsement of Forest Certificatin Schemes (PEFC). Diese weltweit größte und einzige unabhängige Institution hat ein internationales Zertifizierungssystem aufgesetzt. Waldbesitzer und Unternehmen können ihre Produkte zertifzizieren lassen und so unterstreichen, dass bestimmte ökologische und soziale Standards eingehalten werden.

Doch sind all dies nur Ansätze. Sie sind nicht verpflichtend und beziehen sich auch nur auf die Herkunftskennzeichnung von Holz.
Unklar ist auch, wie die Baustoffkennzeichnung praktisch umgesetzt werden könnte. Soll es ein Label geben ähnlich dem Energieffizienlabel von technischen Geräten wie z.B. Kühlschränken?

Baustoffe kennzeichnen

CE-Kennzeichnung gemäß der Bauprodukte-Verodnung 305/2011
CE-Kennzeichnung gemäß der Bauprodukte-Verodnung 305/2011

Baustoffe erhalten in Europa bereits im Rahmen der Bauprodukteverordnung EU 305/2011 eine CE-Kennzeichnung mit einer sogenannten „Leistungserklärung“. Diese muss in Deutschland sichtbar und permanent direkt am Produkt angebracht werden, beispielsweise mit einem Etikett. Solche Etiketten können mit Etikettendruckspendern  bedruckt und appliziert werden. Eine Besonderheit stellen staubige Produktionsumgebungen für die Kennzeichnungstechnik dar. Hierfür gibt es zum Beispiel den Etikettendruckspender Legi-Air 4050 I mit Schutzart IP 60.

Übrigens: Wie andere Unternehmen aus der Baustoffbranche ihre Produkte kennzeichnen, können Sie hier nachlesen.

 

Selma Kürten-Kreibohm

verantwortet seit 2007 den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Bluhm Systeme und schreibt in ihrer Funktion als Redakteurin über Themen aus der Welt der Kennzeichnung.

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