Bluhm Fonds ermöglicht Deutschkurs mit Kinderbetreuung

Der Kontaktkreis Flüchtlinge, ein offenes ökumenischem Netzwerk aus Unkel, steht in permanenten Kontakt mit Geflüchteten. Man hat dabei erkannt, dass Deutschkennnisse für geflüchtete Frauen besonders wichtig sind.

Hineinwachsen in die deutsche Gesellschaft

Das Verstehen und Beherrschen der deutschen Sprache ist der Schlüssel zum Hineinwachsen in die deutsche Gesellschaft. Sonst bleiben die Frauen isoliert in ihrem Umfeld und sind auf die Hilfe von Familienangehörigen angewiesen. Tatsächlich haben aber Frauen mit Kleinkindern ohne Tagesstätten-Platz keine realistische Chance, einen Integrationskurs zu besuchen, weil dort keine Kinderbetreuung angeboten wird. Kurse dieser Art sind in Deutschland sehr dünn gesät.  Selbst wenn die Kinder halbtags einen Kindergarten- oder Grundschulplatz haben, reicht die Zeit nicht aus, um einen halbtägigen Integrationskurs zu besuchen.

Zusammen mit mehreren Sponsoren und Unterstützern hat der Kontaktkreis einen maßgeschneiderten Kurs ermöglicht, bei der Bluhm Fonds einen wesentlichen Teil der Kinderbetreuung finanziert hat.

An- und Abreise in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Kinderwagen und Kleinkindern ist kaum zu bewältigen. So war es ein Segen, dass das Team des Bürgerbusses bereit und in der Lage war, einen Fahrdienst zu organisieren. Übrigens ist auch der Bürgerbus Unkel im Wesentlichen aus Mitteln des Bluhm Fonds finanziert.

Im April 2019 ging es bis zum Sommer mit der ersten Kursphase los und im Herbst bis zur Jahreswende mit der zweiten Kursphase weiter. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Kurs dann im März 2020 einige Monate früher beendet – zum Bedauern aller Beteiligter.

Die Gruppe der Frauen aus Afghanistan, Eritrea, Somalia, Armenien, Ägypten, Nigeria und Syrien blieb geschlossen über den gesamten Zeitraum dabei. Lediglich einige Frauen schieden aus, weil sie nun doch einen Integrationskurs besuchen konnten. Dafür rückten andere Frauen von der Warteliste nach Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass dieser Kurs eine gute Sache ist und man dort weiterkommt.

Kinderbetreuuung und pädagogische Arbeit

Die Unterrichtsorganisation war nicht einfach angesichts des unterschiedlichen Kenntnisstands der Teilnehmerinnen, nicht nur im Deutschen. Es gab Frauen, die in der Heimat keine Schule besuchen durften, andere brachten ein Abitur mit. Unsere Schreibweise war den Frauen aus dem arabischen Sprachraum ebenfalls nicht geläufig. Dennoch wurden der Unterrichtsbeginn und das Ende gemeinsam gestaltet. Dabei sprach man über Themen des deutschen Alltags – vom Einkaufen, der Mülltrennung und dem Energieverbrauch über Arztbesuche bis zu kulturellen Unterschieden. Da wurden auch mal Karnevalslieder gesungen und es wurde geschunkelt.

Die Kinder sind während der Unterrichtszeit nicht nur behütet, sondern gleichzeitig pädagogisch gefördert wurden. Zum Förderkonzept gehörte, dass die Betreuerinnen die Mütter in ihre Arbeit einbezogen. Nachdem Vertrauen von Kindern und Müttern aufgebaut war, konnten die Betreuungsfachkräfte Informationen und Tipps zu Themen wie Ernährung, Bewegungsförderung, altersgeeignetes Spielzeug usw. geben. Mit den Kindern wurde Deutsch gesprochen und es war zu bemerken, wie diese zunehmend auf die ihnen unbekannte Sprache reagierten.

Monika Mohr, die Leiterin, zog eine positive Bilanz des Kurses. Jede Frau habe, gemessen an ihrem vorherigen Kenntnisstand, erhebliche Fortschritte gemacht. Einige Frauen seien jetzt in der Lage, sich gut zu verständigen und könnten ihre erste Sprachprüfung auch ohne Besuch eines Integrationskurses ablegen. Die Frauen, die nun einen Integrationskurs besuchen, kommen dort gut voran. Eine von ihnen hat bereits ihre weiterführende Deutsch-Prüfung bestanden, die ein Schlüssel zur Arbeitswelt ist. Sie hat übrigens bereits eine Arbeitsstelle gefunden.

Auch die Kinderbetreuerinnen gaben ein positives Feedback. Die Kinder seinen nun auf einem guten Weg, sich schnell in einem Kindergarten zurecht zu finden.

Sibylle Meyer, Koordinatorin des Kontaktkreis Flüchtlinge, arbeitet bereits an der Planung zum nächsten Deutschkurs.

Der Bluhm Fonds ist stolz, seinen Beitrag bei der Realisierung dieses Deutschkurses geleistet zu haben. Großes Lob verdienen natürlich die Pädagogen, Betreuer und Organisatoren, die durch Ihren Einsatz für den Erfolg gesorgt haben.

Mehr zum Thema BluhmFonds und wie Sie ihn unterstützen können, finden Sie auf bluhmfonds.de.

 

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