Blitzschnelle Malaria-Diagnose mit Lasertest

Was Laser alles können! Nicht nur unwiderrufliche Codierungen in verschiedenste Oberflächen „brennen“, sondern neuerdings sogar innerhalb von Sekunden Malaria diagnostizieren.

Faszinierende Sache: Ein Hautscan-Gerät sendet einen sicheren Laserimpuls durch die Haut in ein Blutgefäß. Soweit vorhanden, absorbieren kleine Teile des Malaria-Parasiten (Hämozoin) das Laserlicht. Sie erhitzen sich auf der Stelle und produzieren einen mikroskopischen Dampf („Nanobubble“). Platzt eine solche Dampfblase, erzeugt sie ein akustisches „Pop“-Signal, das mithilfe eines Sensors durch die Haut hindurch erfasst wird und damit die Anwesenheit von Malaria anzeigt.

Die Vorteile der Hämozoin-Dampf-Nanobubble-Methode (H-VNB) gegenüber derzeitigen Techniken liegen auf der Hand: Der Test kommt ohne Blutentnahme, Reagenzien, Anlagen oder Fachpersonal aus. Es könnte deshalb zu einem kostengünstigen, sicheren und universellen Werkzeug für klinische und Felddiagnosen werden.

Entwickelt wurde dieser Lasertest von einem multidisziplinären, internationalen Team von Forschern und Ingenieuren aus der Einheit des britischen Medical Research Council (MRC) im westafrikanischen Gambia, aus Litauen, dem Vereinigten Königreich und den USA.

Der Prototyp soll in Malaria-endemischen Ländern in groß angelegten klinischen und Feldstudien ausgewertet werden. Wenn alles wie geplant läuft, könnte in rund achtzehn Monaten in Gambia die Erprobung beginnen.

Antoinette Aufdermauer