Extrembedingungen für Etikettendruckspender bei den Thüringer StahlwerkenDiese Musikrichtung ist dann doch nicht nach seinem Geschmack, auch wenn die Geräuschkulisse im Elektrostahlwerk dem Soundcheck einer Heavy Metal Band nahe kommt. Die Rede ist von dem Mann, der "für alles zuständig ist, was bei Investitionsmassnahmen mit Strom zu tun hat" so die Information von Dieter Treffon, Projektingenieur Neubau des in Unterwellenborn gelegenen Stahlwerkes Thüringen. Er kümmert sich in diesem, zur ARCELOR Gruppe gehörenden Unternehmen, um all die Gerätschaften die nötig sind, um jährlich 1 Million Tonnen Stahl zu Profilstäben zu verarbeiten. Doch der "Heavy-Metal-Vergleich" passt: ähnlich hart und rau wie in dieser Musikrichtung geht es auch bei der Produktion der Profilstäbe zu. Höchste Belastungen nicht nur für den Menschen, sondern auch für die eingesetzten Gerätschaften wie z.B. ein Etikettendruckspendesystem. Stahl produzieren ist eben keine Zuckerbäckerei - doch alles der Reihe nach.
Seit über 130 Jahren ist Unterwellenborn traditioneller Standort der thüringischen Eisen- und Stahlproduktion. Vor den riesigen Hallen des 1992 nach der Wende neu gegründeten Unternehmens fällt sofort der enorme Schrottplatz auf. Hier lagern fast 50.000 t des wertvollen Rohstoffes. Das reicht für knapp 3 Wochen Stahlproduktion. Der Nachschub kommt per Bahn oder per Lkw aus einem Umkreis von 200km. Zwei Hochleistungs-Portalkräne füllen den Schrott immer in "Portionen" zu 50 bzw. 80 t in die sog. Schrottkörbe. Die Schrottkörbe befüllen den Elektro-Lichtbogenofen, der innerhalb von nur 50 Minuten 120t Rohstahl schmilzt. Wer einmal selber Augenzeuge dieses Prozesses war wird die Begrifflichkeiten "Elektrische Energie" und "Höllenfeuer" in einem anderen Licht sehen.
Am Ende wird der 1600° heiße Stahl in einer Stranggießanlage zu sog. Beam Blanks gegossen und auf Längen zwischen 4,60 und 11,50 m geschnitten. Die geschnittenen Profile werden dann auf zwei Stapelanlagen zu Profilpaketen mit Bundgewichten zwischen 2 und 5t gestapelt - und hier beginnt das Kennzeichnungsproblem.
Dabei galt es verschieden Probleme zu lösen. Die Etikettiertechnik muss sich den Gegebenheiten der Walzstrasse anpassen. Durch das Aufbringen der Etiketten durfte sich die Produktionsgeschwindigkeit nicht verlangsamen.
Auch das Etikettenmaterial musste zu dieser besonderen Aufgabe passen. Nach eingehenden Tests entschied man sich für ein PE Kunststoffetikett mit einem besonders stark und schnell haftenden Kleber. |
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