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Miltenyi Biotec - Kodieren für die Gesundheit

Die Miltenyi Biotec GmbH ist weltweit führend im Bereich der Trennung und Analyse von Zellen. Bei der Kennzeichnung von Präseparationsfiltern, abgepackt in Blisterverpackungen, setzt das Unternehmen auf thermische Inkjet-Codierer Compactline 2.5 von Bluhm Systeme. Die Systeme zeichnen sich unter anderem durch besonders saubere Handhabung und brillante Druckqualität aus.

Erfolgreiche Zellforschung
„In den 10 Jahren, in denen ich bei Miltenyi Biotec beschäftigt bin, sind wir um den Faktor 7 gewachsen“, so Jörg Neißer, Projektmanager bei dem in Bergisch Gladbach ansässigen Biotech-Unternehmen. „Seinerzeit waren wir 150 Leute, heute sind es 1100 Mitarbeiter weltweit und trotz regelmäßiger Neubauten platzen wir aus allen Nähten.“ Was Jörg Neißer hier beschreibt, ist die rasante Entwicklung von einer ehemaligen Garagenfirma hin zu einem Weltunternehmen mit zahlreichen Patenten und Innovationen. Begonnen hat alles Mitte der 80er, als Stefan Miltenyi im Rahmen seiner Diplomarbeit ein Verfahren entwickelt hat, um einerseits Zellen mit einem Eisen-Ion zu markieren und diese markierten Zellen dann mittels magnetischer Zellseparation herauszufiltern. Ausgesuchten Zellen können bestimmte Antikörper mit genau definierten Eigenschaften angeheftet werden – ein wahrer Segen für viele Bereiche der Medizin und der biotechnischen Forschung. So ist beispielsweise bei einem krebskranken Menschen die Markierung und Entnahme von gesunden Stammzellen möglich. Diese Zellkulturen werden dann in Nährflüssigkeiten „geparkt“. Bedingt durch Medikamente und Chemotherapien werden als Nebenwirkung leider viele Stammzellen im Körper geschädigt. Diese geschädigten Zellen können dann durch die vorher entnommenen „gesunden“ Zellen wieder unterstützt werden. Zur praktischen Umsetzung dieser hoch komplexen Verfahren hat Miltenyi Biotec eigene Produktionsanlagen konzipiert. In Bergisch Gladbach sind mehr als 30 Prozent der Belegschaft im Bereich Forschung und Entwicklung tätig und entwickeln diese Techniken immer weiter.

Hohe Anforderungen an die Kennzeichnungstechnik
Eines der Hauptprodukte von Miltenyi Biotec sind so genannte Präseparationsfilter. Das sind kleine Kunststoffröhrchen, die mit mikroskopisch kleinen Metallkügelchen gefüllt sind. An diesen Metallkügelchen werden später die Zellen vorbeigeleitet. Ein angelegtes Magnetfeld filtert die zuvor mit dem Eisen-Ion markierten Zellen heraus. Diese „MicroBeads“ haben eine Größe von 50 Nanometern, das entspricht etwa der  Größe eines Virus und ist um ein vielfaches kleiner als eine Körperzelle. Die Herstellung dieser Säulen muss selbstverständlich bei Reinraumbedingungen unter höchsten hygienischen Auflagen erfolgen. Diesen Auflagen müssen sich auch die gesamten Produktionstechniken und natürlich auch die Produktkennzeichnung fügen. Hierzu nochmals Jörg Neißer: „In der Vergangenheit haben wir die Produktkennzeichnung mittels Continuous-Inkjet-Technologie durchgeführt. Das Verfahren war uns aber auf Dauer zu unsauber und problematisch. Auf der Suche nach einer Alternative sind wir auf einer Messe auf Bluhm Systeme und die Compactline 2.5-Codierer aufmerksam geworden. Schnell war klar, dass die Comapctline-Systeme genau unsere Anforderungen erfüllen.“

Geniale Drucktechnologie
Der Compactline 2.5 arbeitet mit der lizenzierten Tintenkartuschen-Drucktechnologie von Hewlett Packard. Die Tinten sind wasserbasiert und äußerst robust. Bei Miltenyi Biotec müssen sie sogar die Sterilisation in einem Gassterilisator überstehen. Auch die Druckqualität ist immer vom Feinsten, wird doch bei jedem Tintenkartuschenwechsel auch ein frischer Druckkopf eingesetzt. So hat man quasi immer einen neuen Drucker zur Verfügung. Mit einer Auflösung von 600 dpi werden je nach Compactline-Systemtyp alle saugfähigen oder glatten Materialien bedruckt. Die Tinte steht in den Tintenkanälen  der Druckerpatrone an, wobei die eigene Viskosität der Tinte ein Auslaufen verhindert. Hinter jeder Düsenöffnung ist ein Heizelement angebracht, das blitzschnell eine Dampfblase erzeugt, sobald ein Strom angelegt wird. Diese Dampfblase gibt der Tinte zwischen Heizelement und Düsenöffnung einen Impuls. Dadurch schießt eine definierte Menge an Tinte aus der Düse und zieht beim Zurückziehen eine entsprechende Menge aus dem Vorratsbehälter nach – der Vorgang kann erneut beginnen.

Flexibilität ist Trumpf
Je nach Bedarf lassen sich mit dieser Drucktechnik Produktnamen und -beschreibungen, Herstellungs- und Haltbarkeitsdaten, Barcodes, Grafiken und vieles mehr in einer Schriftgröße bis 12,5 mm drucken. Schließt man einen zweiten Druckkopf an den Controller an, so kann das Druckbild bis zu 25 mm hoch sein. Übrigens: Die höhere Systemklasse des CL 2.5, der Compactline 3.0, kann sogar mit 8 Köpfen bis zu 100 mm schreiben. Immer wichtiger bei umfangreicheren Codieraufgaben werden so genannte  zweidimensionale Codes, können sie doch auf kleinster Fläche ein Vielfaches mehr an Informationen verschlüsseln als herkömmliche Barcodes. Um diesen noch anspruchsvolleren Codieraufgaben gerecht zu werden, ist der Compactline 2.5 in der Lage, unter anderem auch den Datamatrix Code ECC 200 zu drucken. Soll ein Produkt an zwei Seiten gekennzeichnet werden, z. B. an der Seite und auf dem Kopf? Mit dem Compactline 2.5 kein Problem. Die beiden Druckköpfe können unabhängig voneinander angesteuert werden und Kennzeichnung vor- und rückwärts aufbringen.

Quertraverse für mehr Leistung
Hier bei Miltenyi Biotec hat man den beiden Druckköpfen des Compactline 2.5 eine neue Aufgabe zugewiesen. In der Verpackungsmaschine für die Präseparationsfilter werden taktweise immer 14 Separationssäulen in Blister eingeschweißt. Über die Verpackungslinie hat Jörg Neißer eine verfahrbare Quertraverse installiert, an der die beiden Druckköpfe hin- und her fahren. Somit können gleichzeitig 2 x 7 Blisterverpackungen beschrieben werden. Jede Verpackung enthält neben dem Produktnamen eine Chargenkennzeichnung und die Materialnummer. Die Daten erhält der Compactline 2.5 über einen angeschlossenen PC. Für die Zukunft plant Jörg Neißer jetzt schon weitere Verbesserungsschritte. Dazu erzählt er: „Die Steuerung der Anlage soll noch weiter vereinfacht und über Barcodes gesteuert werden. Der Mitarbeiter soll nur noch einen Barcode abscannen und die ganze Anlage sich entsprechend umstellen. Auch der Compactline 2.5 erhält auf diese Weise dann neue Informationen, die er dann automatisch in Drucktexte umwandeln kann.“

Bei Miltenyi Biotec hat der Compactline 2.5 neue Möglichkeiten der Kennzeichnung aufgezeigt. Der Platz für die nächste Produktionsanlage ist schon reserviert.