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Rollenetiketten kaufen – darauf sollten Sie achten

Haftetiketten kommen heute in vielen Bereichen zum Einsatz, um Produkte zu kennzeichnen. Je nach Anwendung sind es Blanko-Etiketten, die vor Ort mit Informationen individuell bedruckt werden, teil-vorgedruckte Etiketten, die mit Informationen ergänzt werden oder aber schon fertig vorgedruckte Etiketten, sogenannte Primary-Labels. Dabei sind die Etiketten als Bogenware (einzelne Bögen) oder auf Rolle verfügbar. In der Industrie kommen im Kennzeichnungsbereich in der Regel Etikettendrucker (Bedrucken der Etiketten, anschließend manuelles Etikettieren) und Etikettiermaschinen (vollautomatisches Drucken und /oder Aufbringen der Etiketten) in Verbindung mit Rollenetiketten zum Einsatz. Bei der Wahl der Etiketten ist es wichtig, dass diese auch reibungslos von den Anlagen verarbeitet werden können. Nicht immer sind die günstigen Etiketten auf Rolle auch die besseren.

Wir zeigen Ihnen, worin die Qualitätsunterschiede bei Rollenetiketten liegen und worauf es ankommt.

Die elf Fallstricke bei Rollenetiketten

1. Zu starke oder schwache Stanzung

Verschiedene Stanzwerkzeuge zum Ausstanzen der Etikettenformate

Rollenetiketten wie auch Bogenetiketten sind gestanzte Etiketten. Dabei wird das Haftmaterial ausgestanzt und in der Regel der überschüssige Teil abgezogen. Ein Stanzwerkzeug muss scharf sein, um das Haftmaterial zu durchdringen. Gleichzeitig darf es aber nicht das Trägermaterial beschädigen. Durch Anstanzungen im Trägermaterial kann dieses später bei der Weiterverarbeitung im schlimmsten Fall reißen.

Ist das Stanzwerkzeug wiederum stumpf oder verschlissen, kann es passieren, dass die Etiketten nicht vollständig ausgestanzt sind und noch Reste vom Gitterabzug – das ist der Teil des Heftmaterials, der nach dem Ausstanzen übrig bleibt – an dem Etikett hängen.

2. Zu weicher Kleber

Etikettenlücken und Trägermaterialrand sollten möglichst klein sein.

Wichtig ist eine optimale Zusammensetzung des Klebers für die jeweilige Anwendung. Gerade stark haftende Kleber wie Kautschukkleber neigen zum Ausbluten, wenn die Lagertemperatur zu hoch ist. Der Kleber verflüssigt sich und kann sich im Etikettiersystem festsetzen und so zu Ausfällen führen.
Es gibt allerdings auch stark haftende Kleber, die nicht schnell ausbluten.

3. Zu großer Trägermaterialrand und große Etikettenlücken

Rollenetiketten mit großem Trägermaterialrand und großen Lücken zwischen den Etiketten sind grundsätzlich teurer, denn der Etikettenpreis ergibt sich größtenteils aus dem Rohmaterial-Quadratmeter-Preis. Damit es nicht zuviel überschüssiges Material gibt, sollten daher die Lücken zwischen den Etiketten möglichst klein sein. Die Unterschiede bzw. die Spannen sind gravierend: Es gibt Etiketten mit teilweise 9 mm großen Lücken und Etiketten, bei denen die Lücke maximal 3 mm beträgt.

4. Zu schwacher Kleber

Bei vielen Etikettieranwendungen bläst die Etikettiermaschine das Etikett auf das Produkt oder die Verpackung auf, ohne dieses zu berühren. Ist der Kleber nicht stark genug, haftet das Etikett nicht gut und kann abfallen.

5. Zu hoher Release-Wert

Der Release-Wert gibt an, wieviel Kraft benötigt wird, um ein Haftetikett vom Trägermaterial abzuziehen. Entsprechend darf der Release-Wert bei Anwendungen mit einem Etikettenspender nicht zu hoch sein, da dieser sonst das Etikett nicht mehr reibungslos über der Spendekante abschälen kann.

6. Zu hohe oder zu geringe Wickelspannung

Auch die Wickelspannung von Etikettenrollen darf nicht unterschätzt werden. Sie gibt an, wie fest oder locker das Etikettenmaterial aufgewickelt ist. Die Wickelspannung darf nicht zu hoch sein, denn dann kann es passieren, dass Kleber ausblutet bzw. austritt. Aber auch eine zu niedrige Wickelspannung ist kritisch. In diesem Fall besteht beim Tragen und Einlegen der Etikettenrolle die Gefahr des „Teleskopierens“. Dabei zieht sich die Rolle seitlich auseinander und ist nicht mehr bündig. Vor allem bei schmalen Materialbahnen kommt es bei nicht optimaler Wickelspannung schnell zum Teleskopieren der Etikettenrolle.

7. Zu starke Opazität

Die Opazität des Trägermaterials – also wie lichtundurchlässig es ist – spielt auch eine große Rolle, ob und wie gut sich eine Etikettenrolle verarbeiten lässt. Ist das Trägermaterial zu dicht und kaum transparent, erkennen die Fotozellen im Etikettenspender nicht mehr die Lücken zwischen den einzelnen Etiketten. Diese sind aber wichtig, damit der Drucker weiß, wann und wo er drucken muss.

Manche Etikettenhersteller drucken auf das Trägermaterial ihren Namen oder ihr Logo. Auch dies kann dazu führen, dass die Fotozellen nicht mehr in der Lage sind, den Anfang und das Ende eines Etiketts zu erfassen.  

8. Zu unsaubere Verbindungsstellen

Die Verbindungsstellen der zwei Etikettenbahnen müssen sauber zusammengefügt werden.

Etikettenrollen setzen sich oft aus mehreren Etikettenbahnen zusammen. Dabei ist es wichtig, dass die Verbindungststellen bzw. die Übergänge sauber und präzise sind. Andernfalls ist die Fotozellenerkennung beinträchtigt und die Etiketten lassen sich beim Spendevorgang nicht optimal abschälen. Im schlimmsten Fall reißt sogar die Etikettenbahn.

9. Zu kleiner Rollenkern

Werden die Etiketten automatisch aufgebracht, spielt auch der Durchmesser des Rollenkerns, auf dem die Etiketten aufgewickelt sind, eine Rolle. Fakt ist, dass auf einem kleinen Rollenkern mehr selbstklebende Etiketten passen als auf einen großen. Die Etikettenrolle muss seltener gewechselt werden, was zunächst wirtschaftlicher erscheint. Also sollten Etiketten auf möglichst kleinem Rollenkern grundsätzlich denen auf großem Rollenkern vorgezogen werden?! So einfach ist es nicht. Zunächst einmal geht es darum, welcher Rollenkern auf den Auf- und Abspuler des Etikettierers passt.

Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Punkt:
Steife Etiketten, zu denen auch Booklet-Etiketten gehören, sollten zum Beispiel nicht auf Rollenkerne mit kleinem Durchmesser aufgewickelt sein. Sie werden bei der Wicklung zu stark gebogen und können nachher nicht optimal vom Etikettiersystem abgeschält und abgeblasen werden. Durch das vorangegangene Biegen des Etiketts kann es sein, dass der Spendestempel das gewellte Etikett nicht mehr richtig halten kann. Auch ist es möglich, dass das Etikett nach dem Abblasen auf der Produtkoberfläche nicht vollflächig haftet.

Es gibt große und kleine Rollenkerne
Steife Etiketten sollten nicht auf Rollenkernen mit kleinem Durchmesser gewickelt werden.

Standardmäßig sind Etiketten auf Rollenkernen mit einem Durchmesser von 3 Zoll (76 mm) gewickelt. Doch gibt es auch Rollenkerne mit einem Durchmesser von 1 Zoll bis zu 6 Zoll. Wann welcher Rollenkern Sinn macht, muss im individuellen Fall geprüft werden. Generell gilt: Je größer der Rollenkern, desto sicherer und besser können die Etikettiermaschinen die Etiketten verarbeiten.

10. Falsche Etikettenwicklung

Es gibt Etikettenrollen mit Innen- oder mit Außenwicklung. Bei der Innenwicklung ist die bedruckte Seite der Etiketten innen, bei der Außenwicklung außen. Ob man nun innen- oder außengewicklete Rollenetiketten benötigt, hängt davon ab, was das jeweilige Etikettiersystem verarbeiten kann. Viele Etikettendrucker und -spender können aber sowohl innen- als auch außengewickelte Etiketten verarbeiten. Für die Innenwicklung spricht zunächst, dass die Etiketten sich bei nahendem Rollenende stark krümmen und so dem Spendestempel zuwenden. Doch wird dieser Vorteil wieder an anderer Stelle aufgehoben: Die innengewickelten Etiketten lösen sich in dieser Phase oft schon an den Umlenkrollen im Etikettierer ab.
Für die Außenwicklung spricht die Tatsache, dass man direkt die Etikettenaufmachung erkennen kann. Bei der Innenwicklung muss die Rolle immer erst etwas abgerollt werden. Ansonsten sind Innen- wie Außenwicklung technisch gleichwertig zu sehen.

Aber auch die Position des Etiketts auf dem Etikettenband ist wichtig. Soll es quer oder längs auf der Bahn liegen? Soll der Schriftfuß oder -kopf (Abbildung Nr. 1 und Nr. 2 bzw. Nr. 5 und Nr. 6) in Laufrichtung voraus gehen? Oder soll der Wortanfang oder die linke Seite voraus gehen (Nr. 3 und Nr. 7) oder das Wortende oder die rechte Seite voraus gehen (Nr. 4 und Nr. 8)?


11. Zu großer Rollenaußendurchmesser

Nicht nur der Hülseninnendurchmesser ist wichtig, sondern auch der Rollenaußendurchmesser. Auch hier wäre es naheliegend, immer möglichst große Etikettenrollen zu kaufen, damit man nicht so oft die Rolle wechseln muss. Aber Vorsicht: Nicht jedes Etikettiersystem kann Großrollen verarbeiten! Wie groß der Durchmesser der Etikettenrolle maximal sein darf, richtet sich also danach, wieviel der Etikettierer aufnehmen kann.

Als Etikettenhersteller und Hersteller von Etikettiersystemen berät Sie Bluhm Systeme gerne und findet die passenden Etiketten und die richtige Etikettiermaschine für Ihre Anwendung.
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Selma Kürten-Kreibohm

verantwortet seit 2007 den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Bluhm Systeme und schreibt in ihrer Funktion als Redakteurin über Themen aus der Welt der Kennzeichnung.

Ein Kommentar

  1. Puhh, ich hätte nicht gedacht das man auf so viele Sachen bei Etiketten achten muss. Schön erklärt. Gerade das mit der Wicklung war mir neu. Schöne Grüße aus dem Odenwald Michael

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