etikettierung

Wie soll ich etikettieren: „im Durchlauf“ oder „im Stopp“?

Vom Kugelschreiber bis hin zum Staubsauger: Versandhändler verschicken Produkte in verschiedensten Größen. Gleichermaßen zuverlässig müssen sie daher höchst unterschiedliche Kartongrößen versandfertig machen.

Bei der Etikettierung unterschiedlich großer Kartons gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, wie sich die Produkte am Etikettierer vorbeibewegen können: entweder läuft das Förderband in einer gleichmäßigen Geschwindigkeit an der Etikettieranlage vorbei – die Kartons werden also „im Durchlauf“ gekennzeichnet. Oder das Förderband hält bei jedem Karton kurz an und bewegt sich erst nach der Etikettierung weiter (Etikettieren „im Stopp“).

Welche Arbeitsweise ist schneller?

Kennzeichnung unterschiedlicher Kartongrößen.

Wenn Sie jetzt denken, dass das Etikettieren „im Durchlauf“ auf jeden Fall schneller sein muss als das Etikettieren „im Stopp“, dann müssen wir Sie enttäuschen. Denn so einfach ist das nicht!

Wird „im Durchlauf“ etikettiert, muss der Spendestempel, der die Etiketten auf die Produkte aufbringt, nach jeder Kennzeichnung in seine Ausgangsposition zurückfahren, um anschließend die Höhe des nächsten Kartons ermitteln zu können. Da der Applikator also nie „weiß“, welche Kartongröße als nächstes kommt, müssen die Produkte in einem „Worst case“-Abstand eintreffen. Das heißt, dass sie so vereinzelt werden müssen, dass relativ große Lücken auf dem Förderband entstehen.

Bei Produkten, die „im Stopp“ gekennzeichnet werden, müssen keinerlei Mindestabstände eingehalten werden, da die Kartons ja ohnehin unmittelbar vor der Kennzeichnung stoppen. Wird ein hohes Produkt etikettiert, muss der Spendestempel keinen „weiten Weg“ bis zur Kartonoberfläche zurücklegen. Er kann also recht schnell die Information zum Weitertransport des Produkts geben. Werden viele hohe Produkte hintereinander gekennzeichnet, erfolgt die Etikettierung „im Stopp“ also unter Umständen schneller als „im Durchlauf“.

Welches Verfahren ist prozessicherer?

Am prozesssichersten ist die Kennzeichnung „im Stopp“. Denn wird der Karton vor der Kennzeichnung an einer bestimmten Position angehalten, kann eine äußert präzise Etikettierung gewährleistet werden. Mehr noch: Für den Fall, dass die Druckdaten „zu spät“ bei der Etikettieranlage eintreffen – hier reden wir von Millisekunden –, bleibt der Karton entsprechend länger stehen. Das Signal zum Weitertransport des Produktes erfolgt nämlich erst nach erfolgreicher Kennzeichnung. Bei der Etikettierung „im Durchlauf“ wäre der Karton bei einer verzögerten Druckdatenübermittlung inzwischen schon unetikettiert weitergefahren und hätte nachträglich händisch etikettiert werden müssen.

Welche Methode ist besser?

Beide Verfahren haben ihre Daseinsberechtigung mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Die Auswahl der jeweiligen Arbeitsweise richtet sich nach der konkreten Anwendung. Folgende Tabelle kann als Entscheidungshilfe dienen:

Anspruch an Etikettierung Etikettieren „im Stopp“ Etikettieren „im Durchlauf“
Höhere Geschwindigkeit bei vorwiegend hohen Produkten
Höhere Geschwindigkeit bei vorwiegend kleinen und mittelhohen Produkten
Höhere Prozesssicherheit: Etikettierung ist auch dann gewährleistet, wenn Druckdaten „zu spät“ übermittelt werden
Höchste Präzision hinsichtlich der Positionierung des Etiketts
Einfache Möglichkeit der Verdopplung der Etikettierleistung (zwei Systeme in Reihe)
Leichterer Produkttransport vor und nach der Etikettierung
Weniger Verschleiß der Fördertechnik
Keine separate Höhenmessung erforderlich

Etikettieren „im Stopp“ – Praxisbeispiel

Der Leipziger Versandhändler Retol etikettiert unterschiedlich hohe Produktkartons „im Stopp“. Dafür wurde der Etikettendruckspender Legi-Air 4050E mit einem variablen Hubsensor ausgestattet. Er befindet sich an der Unterseite des Spendestempels, wo auch das Etikett mit Hilfe von Druckluft fixiert ist. Dank des Sensors kann der 500 Millimeter lange Linearhub die Kartonoberfläche beim Ausfahren erkennen. Der Spendestempel stoppt wenige Millimeter oberhalb des Kartons und bringt das Etikett dann berührungslos auf. Förderband, Fotozelle und Etikettierer wurden so miteinander gekoppelt, dass alle Etiketten immer den gleichen Abstand zur Kartonkante haben.

Etikettieren unterschiedlicher Produkthöhen „im Durchlauf“

Etikettierung unterschiedlicher Produkthöhen im Durchlauf.
Etikettierung unterschiedlicher Produkthöhen im Durchlauf.

Bei der Etikettierung „im Durchlauf“ erfolgt eine separate Höhenmessung unmittelbar vor der Kennzeichnung. Diese Information wird in Echtzeit an den Spendestempel übertragen.

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Antoinette Aufdermauer

schreibt und bloggt über Lasern, Etikettieren und Drucken - die verschiedenen Kennzeichnungstechniken der Bluhm Systeme.

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