Dreiseitige Etikettierung von Faltschachteln

Ein Hersteller hat viele unterschiedliche Produkte im Sortiment. Die Produkte werden in Faltschachteln abgepackt. Als Produktinformation und aus Gründen der Rückverfolgbarkeit erhält jede Verpackung zwei Etiketten mit entsprechenden Informationen. Da die Anwendung einige Besonderheiten birgt, kommt eine Etikettiermaschine Geset 771 zum Einsatz.

Für die dreiseitige Etikettierung von Faltschachteln mit zwei Etiketten wurde die Etikettiermaschine Geset 771 entwickelt.
Die Etikettiermaschine Geset 771 etikettiert Faltschachteln mit zwei Etiketten – eins davon wird übereck aufgebracht.

Etikett individualisiert Verpackung

Über 40 Produktvarianten produziert das Unternehmen. Für jedes Produkt eine eigene Verpackung zu bevorraten, wäre zu teuer und platzintensiv. Aus diesem Grund hat der Hersteller sich für eine optisch neutrale Verkaufsverpackung – nur der Markenname ist aufgedruckt – entschieden, in die die jeweiligen Produkte abgepackt werden. Die Verpackung wird individualisiert, indem sie ein Etikett mit der jeweiligen Produktbezeichnung und -information erhält. Aber auf dem Etikett finden sich noch weitere Informationen…

Lückenlose Rückverfolgbarkeit der Produkte

Das Unternehmen kennzeichnet die Faltschachteln auch aus Gründen der Rückverfolgbarkeit. Somit ist auf jedem Etikett auch die LOT-Nummer, Produktionslinie sowie Produktions- und Verfalldatum zu finden. Damit die Produkte später auch im Bündel oder einsortiert in Regalen beim Kunden jederzeit schnell identifiziert werden können, tragen sie gleich zwei Etiketten mit den wichtigen Daten. Ein Etikett auf einer Querseite und ein Etikett übereck auf Ober- und Längsseite aufgebracht.

Früher etikettierte das Unternehmen die Faltschachteln separat an zwei unterschiedlichen Etikettier-Stationen. Heute erledigt eine Etikettiermaschine Geset 771 von Bluhm Systeme die dreiseitige Etikettierung der Faltschachteln vollautomatisch in einem Arbeitsschritt. Sie besteht aus zwei Etikettendruckspendern vom Typ Legi-Air 4050 E.

Fix fixieren und etikettieren

Ein Etikettendruckspender ist gleich zu Beginn rechts vom Förderband montiert. Er bedruckt das erste Etikett mit allen notwendigen Informationen und bringt es im sogenannten Tamp Blow-Verfahren auf der Querseite der Faltschachtel auf.
Die Faltschachteln samt Inhalt haben ein sehr geringes Eigengewicht. Damit das Etikettiersystem das Etikett präzise applizieren kann, wird die Faltschachtel in der Etikettierposition über einen Stopper festgehalten, eine Schaumstoffrolle fixiert die Schachtel.

Die Schaumstoffrolle fixiert die leichte Schachtel, damit diese präzise etikettiert werden kann.

Die Faltschachtel wird weitertransportiert, um in der nächsten Station ein Übereck-Etikett zu erhalten. Doch zuvor muss sie noch in die richtige Position gebracht werden, denn das Unternehmen gibt genau vor, auf welcher Seite der Faltschachteln das Etikett aufgebracht werden soll.

In Position gebracht für die Überecketikettierung

Um die Faltschachtel in die richtige Etikettierposition zu bringen, wird diese wieder ganz kurz gestoppt. Dann hebt ein Saugnapf sie an, dreht sie in die gewünschte Position und setzt die Schachtel wieder auf der Förderstrecke ab.

Mit Hilfe eines Saugnapfes werden die Faltschachteln in die richtige Etikettierposition gebracht.

Erst jetzt kann der zweite Etikettierer, der links am Förderband montiert ist, das zweite Etikett applizieren. Der Etikettierer spendet aber nur zwei Drittel des Etiketts auf die Oberseite der Faltschachtel auf, der Rest vom Etikett steht über. Eine Bürste legt den überstehenden Rest des Etiketts um und fixiert ihn an der schmalen Querseite.
Die Etikettiermaschine erreicht bis zu 42 Takte pro Minute.

Die Bürste legt den überstehende Etikettenteil an der Faltschachtel um und fixiert ihn.

Optische Etikettenkontrolle

Ein Scanner kontrolliert die etikettierten Faltschachteln. Schachteln mit falschem Etikett werden automatisch ausgeschleust.

Am Ende kontrolliert ein Scanner nochmals jede Faltschachtel auf Fehletikettierung. Er erkennt die aufgedruckte Form des Produktes. Bei Unstimmigkeiten schleust die Anlage die Schachtel vollautomatisch aus. Alle korrekt etikettierten Produkte setzten ihre Reise zu den Kunden fort.

Trend Late Stage Customization

Immer mehr Unternehmen aus verschiedenen Branchen personalisieren ihre Produkte zu einem möglichst späten Zeitpunkt im Produktionsprozess. Bietet das „Late Stage Customization“ doch entscheidende Vorteile: So wird zum Beispiel weniger Lagerfläche benötigt. Auch können die Unternehmen flexibler auf sich ändernde Anforderungen reagieren.
Der Reifenhersteller Continental kennzeichnet seine Reifen erst unmittelbar vor dem Verladen auf die LKW mit individuellen, produktbezogenen Etiketten:


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Selma Kürten-Kreibohm

verantwortet seit 2007 den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Bluhm Systeme und schreibt in ihrer Funktion als Redakteurin über Themen aus der Welt der Kennzeichnung.

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