Datamatrix-Code auf einer Faltschachtel

DataMatrix-Code – der „bessere“ Barcode?

Ob an der Supermarktkasse, in der Produktion oder im Warenlager: Barcodes kommen im Handel sowie in der Industrie und Logistik zum Einsatz, um Daten elektronisch erfassen und weiterverarbeiten zu können. Das maschinelle Einlesen geht nicht nur schneller als das händische Eintippen, sondern ist auch viel weniger anfällig für Fehler.

Es gibt verschiedene Arten von Barcodes. Unterteilen lassen sie sich in eindimensionale Strichcodes und zweidimensionale Barcodes. Eindimensionale Codes wie z.B. der klassische EAN-Code bestehen aus verschieden breiten, parallelen Strichen und Lücken.

Ein Datamatrix-Code gehört jedoch zu den 2D-Barcodes, die Daten in Form einer Fläche über zwei Richtungen codieren. Er besteht aus schwarzen und weißen Kästchen in einer quadratischen oder rechteckigen Anordnung. Doch welche Vorteile bringt er mit sich? Und ist der Datamatrix-Code prinzipiell „besser“ als ein einfacher Strichcode? Wir erklären es mal genauer.

EAN-Code
Klassischer 1D-Code (EAN)
Datamatrix-Code auf einer Faltschachtel
Datamatrix-Code (2D-Code)

Vorteile von Datamatrix-Codes

  • Beanspruchen weniger Platz aufgrund höherer Datendichte
  • Ein geringer Kontrast genügt für die Scan-Lesbarkeit
  • Können in beliebiger Lage (0-360°) gelesen werden
  • Haben eine höhere Fehlertoleranz von bis zu 30 %

Datamatrix-Code als Laserbeschriftung auf einer LeiterplatteDa der Datamatrix-Code eine große Zeichenzahl auf kleinstem Raum codieren kann, nimmt er weniger Platz ein. Somit spart er gegebenenfalls nicht nur Verbrauchsmaterial wie Etiketten oder Tinte, sondern eignet sich auch für Kleinstprodukte oder runde Flächen, wo andere Barcodes an ihre Grenzen kommen. Teilweise sind Datamatrix-Codes so klein und diskret, dass sie Verbrauchern kaum auffallen. Im Prinzip ist die Größe fast nur durch den verwendeten Drucker begrenzt.

Auch beim benötigten Kontrast sind sie unkomplizierter: Während bei Strichcodes ein hoher Kontrast von mindestens 80 % für den Scanner nötig ist, kann bei Datamatrix-Codes sogar ein Kontrast von nur 20 % ausreichen. Damit ergeben sich auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Einsatz von Farben bzw. Farbkombinationen, die sonst häufige Fehlerquellen bei Barcodes darstellen.

Idealerweise werden Datamatrix-Codes mithilfe eines Kamerascanners ausgelesen. Diese erfassen den Code zweidimensional, sobald er vollständig im Kamerafenster liegt – die Ausrichtung ist egal, d. h. er kann beliebig gedreht sein. Beim Drucken von Barcodes hingegen stellt sich schon mal die Frage: Zaun oder Leiter?

Datamatrix-Codes bieten zudem ein internes Verfahren zur Fehlererkennung. Die leistungsstarken Algorithmen erlauben eine automatische Fehlerkorrektur, selbst wenn bis zu 30 % der Codefläche zerstört sind.

Mögliche Nachteile beim Datamatrix-Code

Datamatrix-Codes können nicht mit herkömmlichen Barcode-Scannern ausgelesen werden, die nur linear Zeilen erfassen. Stattdessen kommen spezielle Kamerascanner zum Einsatz. Die können unter Umständen teurer sein. Das muss abgewogen werden. Aber ein solcher Kamerascanner kann auch herkömmliche Barcodes lesen, sodass sich unter Umständen auch aus dieser Sicht die Anschaffung dieser neueren Technologie lohnt.

 

Natalie Iwantschew

Natalie Iwantschew arbeitet seit 2016 im Bereich Online-Marketing und Digitale Medien bei Bluhm Systeme, wo sie unter anderem den internationalen Webauftritt www.bluhmsysteme.com betreut.

Letzte Artikel von Natalie Iwantschew (Alle anzeigen)

2 Kommentare

  1. ZU TEXT:
    Auch beim benötigten Kontrast sind sie unkomplizierter: Während bei Strichcodes ein hoher Kontrast von mindestens 80 % für den Scanner nötig ist, kann bei Datamatrix-Codes sogar ein Kontrast von nur 20 % ausreichen. Damit ergeben sich auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Einsatz von Farben bzw. Farbkombinationen, die sonst häufige Fehlerquellen bei Barcodes darstellen.

    ANMERKUNG:
    Es besteht kein Unterschied beim Prüfparameter“ Symbol Kontrast“ zwischen einem 1D und 2D Code. Die Tabellen für die Qualitätsbewertung sind identisch. Vergleiche ISO/IEC 15416:2016, 6.6.2 und ISO/IEC 15415:2011, 7.8.3.

    Liebe Grüße
    Gerald Gruber

  2. Gut komprimierter Beitrag! Ihren letzten Absatz zu „möglichen Nachteilen“ könnte man natürlich auch zur Formulierung „möglicher Vorteile“ umgestalten. Denn ganz klar ist der 2D-DMC in jeder Hinsicht gegenüber 1D im Vorteil! Und preislich liegen gute Code-Scanner und Digital-Matrix-Kamerasensor heute kaum noch weit auseinander. Codeleser/-scanner sind meist auf ihre spezielle Aufgabe reduziert und dadurch in der Anwendung eingeschränkt. Mit der Kameralösung hat der Nutzer im Prinzip eine Lösung für [fast] alles. Wichtig ist dabei nur, dass die Kameralösung noch die passende Bildverarbeitungssoftware an Bord hat. So ist man offen für zukünftige Aufgaben, ob 1D-Barcode, Data Matrix Code, QR-Code oder gar Schriftlesung variabler Daten (OCR/OCV). Wichtig ist am Ende ein guter Druck, wie der aus dem Hause BLUHM, und ein ordentliches Bildverarbeitungssystem …

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

vier + 2 =

*