Blockchain für sichere Lebensmittel

IBM und mehrere weltweit tätige Lebensmittel- und Handelskonzernen – unter anderem Nestle, Unilever, Dole, Walmart – wollen Lebensmittelsicherheit und Blockchain miteinander verknüpfen.

Mit unseren Kennzeichnungssystemen helfen wir dabei, die Transparenz in der Lieferkette und damit die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen. Heute drucken die Hersteller in der Regel nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Informationen wie Mindesthaltbarkeitsdatum und Loskennzeichnung auf Produkt und Verpackung. Dabei müssen einzelne Branchen sogar noch mehr Vorgaben erfüllen: Beispielsweise die Nennung der Fanggebiete von Fischen. Hier entsprechende Informationen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Sogar Massenprodukte enthalten Informationen, die auf Produktionszeitpunkt, Fertigungsstätte und Fertigungslinie schließen lassen. Die Systeme der modernen Kennzeichnungstechnik machen es möglich.

Tracking & Tracing

Im Produktionsablauf halten Hersteller auch alle verwendeten Zutaten und Komponenten fest – natürlich mit den Chargendaten der Zulieferer. Das schließt sogar die verwendeten Verpackungsmaterialien ein. Im Fehlerfall ist die Fehlerursache so schnell gefunden. Rückrufaktionen können gezielt starten, weil genau bekannt ist, welcher Rohstoff aus welchem Los in welchen eigenen Produktchargen verarbeitet wurde. Dank des Tracking & Tracing sind die Kunden schnell gewarnt.

Sogar der Konsument kann mittlerweile über das Einlesen eines GS1 Datamatrix-Codes die Informationen selbst abrufen – zum Beispiel über Plattformen wie  FTrace .

Das GS1-Systems, zu dem auch FTrace gehört, hat man vor Jahren erweitert, um alle Arbeitsschritte und logistischen Aktionen in Form sogenannter „Events“ festzuhalten. Das GS1 EPCIS-System (Electronic Product Code Information Services) gibt die Strukturen vor, um die Ereignisse der jeweiligen Geschäftsprozesse standardisiert zu dokumentieren: WAS (welches Objekt), WANN (zu welcher Zeit), WO (an welchem Ort), WARUM (in welchem Geschäftskontext).

EPCIS

Durch die standardisierte Struktur im EPCIS-Format sind auch Daten vieler Hersteller in einer einzigen Datenbank speicherbar. Es kommt nicht zu Überschneidungen oder Überschreibungen. Das GS1-System sorgt dafür, dass Firmennummern, Artikelnummern, Chargennummern und Seriennummern eindeutig sind, sich also weltweit nicht wiederholen können. Sind alle Daten in einer solchen standardisierten Datenbank, dann ist auch firmenübergreifend die Rückrufaktion schneller durchzuführen. Denn eine kritische Zutat landet oft in vielen Produkten und in vielen Geschäften.  Und es fehlt die Zeit, sich mit vielen unterschiedlichen Tracking & Tracing Systemen der einzelnen Firmen zu beschäftigen, um die Spuren zu verfolgen. Die Hersteller von Lebensmitteln und die Handelsunternehmen haben ein Interesse daran, ein einheitliches System aufzubauen, an dem alle gleichermaßen teilnehmen können.

Für die Firmenübergreifenden Abspeicherung dieser sensiblen Informationen muss bisher ein vertrauenswürdiger Partner zur Verfügung stehen, der für die notwendige Integrität der Daten sorgt. Sie müssen unter anderem manipulationssicher gespeichert werden.

Blockchain sorgt für Integrität

Jetzt kommt die Blockchain ins Spiel. Das ist eine Methode, Informationen im Internet manipulationssicher zu hinterlegen. Die Informationen sind in einzelnen Blöcken verschlüsselt, die miteinander verkettet sind. Jeder Block enthält Verschlüsselungsinformationen zum davor liegenden Blick. So zerstört die Änderung der Information in einem Block die Integrität der folgenden Blöcke und damit die Integrität der gesamten Informationskette.

Beispiel einer Blockchain: Die Blöcke sind verschlüsselt. Jeder neue Block enthält den Schlüssel des Vorgängers. Die Informationsinhalte selbst können auch codiert sein, um die Zugriffsrechte auf höherer Ebene zu regeln. Viele identische Blockketten sorgen für Fälschungssicherheit.

Theoretisch wäre eine einzige Kette zu fälschen, indem man alle folgenden Blöcke neu berechnet und so die Integrität wieder herstellt. Wenn aber solche Informationsketten vielfach (vielleicht tausendfach) im Internet abrufbar sind, dann funktioniert die Fälschung einer einzelnen Kette nicht mehr. Das nennt man dann „Distributed Blockchains“.

Zuletzt soll noch erwähnt sein, dass der Zugriff auf die enthaltenen Informationen selbst separat über Passwörter geregelt wird. Selbst Inhalte in einer öffentlich gespeicherten Block Chain sind daher nicht von jedermann zu lesen.

Trend: Bessere Rückverfolgbarkeit, mehr Sicherheit

Das aktuelle Projekt bestätigt, dass man sich immer intensiver mit dem Thema beschäftigt. Nicht nur der Lebensmittelbereich ist betroffen. Auch in vielen Bereichen von Maschinenbau und Automobilindustrie sorgt bessere Kennzeichnung für mehr Sicherheit.

Bildquelle und weitere Informationen: IBM-Projekt Blockchain

 

Kurt Hoppen

seit über 30 Jahren bei Bluhm Systeme und an allen Dingen rund um Kennzeichnungstechnik, Logistik und Barcode interessiert.

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