Produktkennzeichnung blasenfrei

Folienetiketten blasenfrei aufbringen

Bei der Kennzeichnung mit Folien kann es immer wieder zu Lufteinschlüssen zwischen Untergrund / Substrat und Folie kommen.

Blasenbildung Folie     Blasen folie

Warum das passiert und wie sich dieses unschöne Problem bei der Produktkennzeichnung vermeiden lässt, erklären wir in unserem folgenden Blog-Beitrag.

Lufteinschlüsse bei der Verklebung von Folienmaterialien

Lufteinschlüsse können bei der Verarbeitung von Folien entstehen. Es verbleiben bei der Verklebung unter der Folie Luftblasen bzw. Lufteinschlüsse. Je glatter die Oberfläche ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Lufteinschlüssen kommt. Die Größe des Etiketts spielt ebenfalls eine Rolle: Je größer das Etikett, desto wahrscheinlicher die Gefahr der Blasenbildung in der Folie.

Blasenbildung in Folien durch Ausgasungen des Untergrunds

Es kann zur Blasenbildung im Etikett kommen, wenn der zu beklebende Untergrund Gase ausdünstet. Diese Gase sind so stark, dass sie den Klebstoff vom Untergrund lösen und sich in Form einer Blase Raum schaffen. Je „frischer“ das ausgasende Teil ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Blasenbildung nach Verklebung.

Lässt man dem zu beklebendem Produkt (z.B. Kunststoffteil für die Automobilindustrie) Zeit zum ausdünsten und klebt das Etikett einige Tage später auf, nimmt die Wahrscheinlichkeit der Blasenbildung durch Ausgasungen ab. Bei der Autobeschriftung gibt es zum Beispiel die Faustregel: Lackierte Autos werden erst ca. 3 Wochen nach Lackierung mit Werbung beschriftet.

Aber welcher Industriezweig kann schon tage- oder wochenlang warten, bis die wichtige Produktkennzeichnung in Form des Etiketts auf dem Produkt ist?

Blasen aus der Folie verschwinden lassen?

Ist es zu einem Lufteinschluss unter der Folie gekommen, gibt es verschiende Möglichkeiten, die unschönen Blasen aus der verklebten Folie zu entfernen:

  • Aufstechen: mit einer sehr spitzen Nadel kann die Luft-Blase aufgestochen werden. Mit einem Filzrakel wird die Luft zum Loch hin ausgestrichen.
  • Selbstklebende Folie nur ganz vorsichtig und schrittweise von der Trägerfolie abziehen und immer nur ein kleines Stück aufkleben, glattstreichen und immer so weiter.
  • Je nachdem welchen Untergrund man beklebt, kann die Folie auch nass verklebt werden. Bei der Beklebung von Glasscheiben (mit Sichtschutzfolien, Glasfolien, etc.) besprüht man Folie und Glasscheibe mit Wasser. Die Folie wird aufgetragen und haftet nich direkt auf dem Untergrund, sondern erstmal auf dem Wasser. Das Wasser wird dann mit einem Wasserrakel ausgestrichen und somit auch die Luft.
  • Wieder abziehen und neu verkleben… oh nein… 😉

Blasenfreies Aufbringen von Etiketten: So klappt es!

Hat man das Problem der Blasenbildung bei der Produktkennzeichung z.B. bei der Kanisteretikettierung, muss das Ziel sein, dieses Problem vollständig zu eliminieren! Und zwar so:

Das Hauptaugenmerk liegt nicht auf der Folie (dem Obermaterial), sondern auf dem Klebstoff, der sich unter der Folie befindet. Es gibt Etiketten-Sonderanfertigungen, die das blasenfreie Kennzeichnen ermöglichen und Luft, Gasen und Wasserdampf die Gelegenheit bieten, zu entweichen.

Die Rückseite der Folie wird mit Kleber überzogen. Der Kleber wird in einem bestimmten Prozess mit Vertiefungen versehen. Mit einer Art Stempel wird eine Wabenstruktur in den Kleber gedrückt. Somit erhält man höher und tiefer liegende Ebenen auf der Rückseite des Etiketts im Klebstoff.

Damit der höherliegende Klebstoff bis zur endgültigen Verarbeitung nicht wieder in die tieferen Täler einfließt, wird auch das Trägermaterial (Silikonpapier) mit ebendieser Wabenstruktur versehen. Das höherliegende Silikonpapier drückt sich dann in die Täler im Klebstoff.

Bilder-Hinweis: schwarz = Folie,  weiß = Trägermaterial / Silikonpapier

Folienfreies Kennzeichnen
Wabenstruktur in Folie und Träger

Somit hat man auf der Rückseite der Folie kreuz und quer laufende Luftkanäle. Wird die Folie nun ohne allzu großen Druck auf den Untergrund geklebt, bleiben die Luftkanäle offen. Luft, Gase und Wasserdampf haben Zeit durch diese Kanäle nach außen hin zu entweichen. Eventuelle Lufteinschlüsse können ggf. durch die Kanäle ganz einfach weggedrückt werden.

Ein dann ausgübter Druck auf das Etikett verschließt die Luftkanäle. Der Klebstoff wird verteilt und quetscht sich in alle „offenen“ Kanäle. Das Etikette haftet blasenfrei und zuverlässig auf dem Untergrund.

Das Sonder-Material für das blasenfreie Aufbringen (händisch oder manuell) von Folien-Etiketten, ist im Thermotransferdruckverfahren bedruckbar und hält auch extremen Belastungen, beispielsweise durch diverse Chemikalien, stand.

Hier übrigens ein Video von 3M, in dem das Verfahren nicht nur erklärt, sondern auch live gezeigt wird:

 

Blasenfreies Aufbringen bei der automatischen Verarbeitung von Folienetiketten

Die manuelle Aufbringung von Folie, und das ganz blasenfrei, erfolgt am einfachsten mit der richtigen Folie und diesen Hilfsmitteln:

Folie ohne blasen
v.l.n.r: Wasserrakel, Filzrakel, Rolle – Profiequipment. Mit einer Bankkarte funktioniert es auch…

Bei der automatischen Spendung von Folien-Etiketten mittels Druck-Spendesystemen oder Spendesystemen passiert das ganz ähnlich. In die Systeme werden Andruckbürsten, Rollen oder auch spezielle Rakel eingebaut, um eine blasenfreie Produktkennzeichnung sicherzustellen.

Etiketten und Etikettiermaschinen für das Aufbringen von Etiketten gibt es bei Bluhm Systeme – und das ganz „bubble free“!

Larissa Solibieda

Larissa Solibieda arbeitet seit 17 Jahren für die Firma Bluhm Systeme GmbH und ist tätig im Bereich Produktmarketing für Etiketten. Außerdem betreut sie den Onlineshop der Firma Bluhm Systeme: www.bluhmstore.de. Interessiert an allen Themen rund um die Kennzeichnung!

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