Bluhm Systeme
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Legi Air 2138 Tamp Blow aus dem Hause Bluhm Systeme bilden ein starkes Glied in der Medikamentenversandlogistik.

Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, wie es möglich ist, dass eine Apotheke jedes Medikament innerhalb kürzester Zeit beschaffen kann, dann kann Sie der Weg nach Grenzach-Wyhlen führen. Hier, direkt an der Schweizer Grenze gelegen, ist das Distributionszentrum des Pharmakonzerns Hoffmann LaRoche AG für die Versorgung des Deutschen Pharma Marktes. Nicht nur die Räumlichkeiten und Anlagen der Medikamentenlogistik sind beeindruckend, sondern auch einige Zahlen.
Herr Michael Oliva, Leiter der Distribution operativ, erläutert voller Stolz: "Mit unserem ausgeklügelten Logistiksystem bearbeiten wir in Spitzenzeiten über 2.000 Aufträge pro Tag. In Kartons ausgedrückt können bis zu 10.000 Kartons pro 16-Stunden-Tag den Weg zu den Empfängern antreten". Rechnet man diese Zahlen einmal herunter, so kommt man auf eine Taktzeit von 5 Sekunden pro Medikamentenkarton!
Die Technik, die solche Leistungen ermöglicht ist in der Tat äußerst raffiniert.

Die Situation:
Jeder Auftrag wird im sog. OPS (Order Picking System) erfasst. Dabei handelt es sich um ein papierloses System zur Kommissionierung der eingehenden Kundenaufträge, das seit 1992 bei Hoffmann-La Roche in Grenzach installiert ist. Ein solcher Auftrag kommt entweder von den Krankenhäusern, den Pharmagroßhändlern, aus dem Handelsbereich (Drogeriemärkte) oder immer häufiger auch direkt von den einzelnen Apotheken aus ganz Deutschland.
Im OPS System wird jeder Auftrag daraufhin geprüft, wieviele komplette Paletten, volle Kartons (Originalkartons) oder Anbruchkartons kommissioniert werden müssen.
Der Weg der kompletten Paletten (direkte Kommissionierung in den Versandbereich) und der vollen Kartons ist relativ einfach. In den Kommissionierzonen der "Originalkartons" läuft ein Band an den Lagerorten der Ware vorbei. An der entsprechenden Stelle leuchtet am Band ein Licht auf und gibt über ein Display an, wieviele Kartons von einem bestimmten Produkt benötigt werden. Der Kommissionierer legt diese Anzahl Pakete (welche mit einem Produktidentifikationsbarcode versehen sind) auf das Band. Diese Systematik wird auch "pick-to-light" genannt.
Anschließend laufen diese Kartons an einem Scanner vorbei. Der Scanner identifiziert das Produkt und ordnet es dem jeweiligen Auftrag zu.

Lagerort mit Fließband
Display am Band "pick-to-light"


Die für die Steuerung der nachfolgenden Aktivitäten in der Logistik benötigten Informationen steuert die LegiAir 2138 Tamp Blow Systeme an, auf denen das passende Adresslabel ausgedruckt und berührungslos mit Druckluft auf das Paket aufgeblasen wird. Dieses Adresslabel enthält in Form von Barcodes (Code 128 B) alle Informationen, die für die Transportunternehmen und später auch für die Apotheken für die Identifikation und Weiterbearbeitung der Roche-Sendung notwendig sind.

Durch Umstieg von einer Tamp-On Etikettierlösung, bei der der Karton jeweils angehalten werden musste, auf die Tamp-Blowtechnik, ist ein Etikettieren im Durchlauf möglich geworden. Dies konnte die Durchlaufzeiten für den Karton um 50 % auf nur noch 5 sec. reduzieren.

Ankommende Kartons
Tamp-Blowtechnik


Wieviel passt in einen Karton?
Diese Zeitvorteile werden noch wichtiger, wenn es um die Kommissionierung der sog. "Anbruchkartons" geht. Je höherwertiger ein Medikament wird, desto kleiner werden die Verpackungseinheiten. Wenn man sich vorstellt, dass gerade die biotechnologisch hergestellten Medikamente recht teuer sind, wird verständlich, daß sowohl Krankenhäuser, Großhändler als auch Apotheken möglichst die kleinste Verpackungseinheit ordern.
Das OPS System errechnet zu Beginn die benötigte Kartongröße und das Gewicht der gesamten Medikamentensendung.
Anschließend wird vom Order Picking System automatisch der Druck des Versandetiketts angestoßen, das sämtliche für den Kunden und die Logistik notwendigen Daten enthält. Dieses Etikett wird heute noch manuell auf den Karton aufgebracht. Mitte 2003 wird dieser Vorgang automatisiert. Auch hierbei werden zwei Etikettenspendesysteme der Fa. Bluhm zum Einsatz kommen. Die etikettierten Kartons werden auf das Band gesetzt und beginnen ihre Reise, vorbei an den zahlreichen Kommissionierplätzen.
Auf einer großen Anzeigentafel an der Decke sieht die Kommisioniermitarbeiterin welche Auftragsnummer als nächstes kommt. Somit kann direkt verglichen werden, ob die Nummer auf dem vorbeilaufenden Karton tatsächlich mit dem aktuellen Auftrag übereinstimmt.
An den einzelnen Durchlaufregalen leuchtet im gleichen Augenblick ein Licht auf. Ein Display zeigt an, welche Produkte in welcher Anzahl in den Karton kommissioniert werden müssen.
Auf diese Weise durchläuft der Anbruchkarton alle Stationen bis der Auftrag vollsträndig abgearbeitet ist.
Zur letzten Überprüfung laufen die Kartons über eine Waage mit Hilfe derer verglichen wird, ob das aktuelle IST-Gewicht des Anbruchkartons mit dem theoretisch ermittelten SOLL-Gewicht übereinstimmt. Danach werden die Kartons für den Versand fertig gemacht (Ausstopfen, Verschliessen).

Doppelte Sicherheit
Herr Kaltenbach, Leiter der Distribution bei Hoffmann-La Roche teilt uns mit: "Um die Produktionssicherheit der gesamten Anlage noch einmal zu erhöhen, haben wir uns dafür entschieden, zwei Druck-Spende-Systeme aus dem Hause Bluhm zu installieren. Das bringt uns den großen Vorteil, dass wir bei Etikettenrollen-Wechsel, für Wartungs- und Pflegearbeiten oder im Falle einer Störung an einem der Etikettierer sofort auf den zweiten Etikettierer umstellen können und so den Anlagenlauf nicht unterbrechen zu müssen".

Von Süd bis Nord . . .
Herr Oliva erläutert uns noch zum Schluss: "Dank dieser weitgehend automatisierten Materialflüsse innerhalb der Kommissionierung und dem exzellenten Zusammenspiel mit unseren Spediteuren können wir gewährleisten dass ein Auftrag der bis Abends um 18.30 Uhr aus der öffentlichen Apotheke bei uns eintrifft am nächsten Tag in der Apotheke zugestellt wird, egal wo in Deutschland".
Mit einem Schmunzeln fügt er allerdings noch hinzu: "Na ja, FAST ganz Deutschland. Soll eine Lieferung nach Norderney oder Helgoland gehen, dann diktiert natürlich die Ebbe + Flut der Nordsee den Takt".

 



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