Intelligente Software bei der WZG und Kennzeichnungstechnik aus dem Hause Bluhm Systeme GmbH machen eine EU Richtlinie lebendig.

- Weine aus Baden-Würtemberg mit Chargennummer zur Rückverfolgbarkeit
Wenn Sie das nächste Mal bei einem schönen Glas Trollinger, Lemberger oder Schwarzriesling gemütlich beisammen sitzen, achten Sie einmal auf das Etikett der Weinflasche. Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird Ihnen dabei das Siegel der WZG, der Württembergischen Weingärtner Zentralgenossenschaft ins Auge fallen. Schließlich sind in dieser 1946 gegründeten Genossenschaft mit über 18.000 Weingärtnern fast 75% des württembergischen Weinbaus zusammen geschlossen.
Mit rund 11.000ha ist Württemberg das fünftgrößte deutsche Weinanbaugebiet. Es reicht vom Taubertal bis zum Albtrauf und bietet mit zahlreichen Steillagen an den Südhängen der Flusstäler sowie den Hang- und flachgeneigten Weingärten einen abwechslungsreichen Querschnitt regionaler Weinspezialitäten. Weniger bekannt ist, dass auch so rare Sorten wie Samtrot und Dornfelder ursprünglich aus Württemberg stammen. Mit einer durchschnittlichen Rebfläche von ca. 50 Ar sind viele der Betriebe relativ klein. Zu klein, als dass jeder einzelne Weingärtner die Kellereinrichtungen, Tanks und all die modernen Arbeitsgeräte und Maschinen beschaffen könnte, die zu einer zeitgemäßen Weinbereitung gehören. Ihre Weingärten bewirtschaften diese Betriebe in eigener Verantwortung, während Ausbau, Abfüllung und Vermarktung von der Genossenschaft übernommen werden. Und diese stellt schon ein beeindruckendes Marktpotential dar.

- Weine aus Baden-Würtemberg mit Chargennummer zur Rückverfolgbarkeit
In den Tanks der WZG lagern über 78 Mio. Liter von dem köstlichen Nass. Im Lager warten 3.5 Mio. Flaschen auf die Weinkenner. Pro Jahr werden über 35 Mio. Flaschen ausgeliefert; an Spitzentagen bis zu 210.000 Flaschen. Kein Wunder, dass hinter solchen imposanten Zahlen eine ausgeklügelte Logistik und intelligente EDV Systeme stehen. Zudem verlangt die Richtlinie EU 178/2002 der Europäischen Gemeinschaft, dass seit Jahresbeginn 2005 alle Produkte vom Endverbraucher bis zum Rebstock des Winzers lückenlos nachverfolgt werden müssen.
Das bedeutet, dass alle Einzelkomponenten und alle Anlieferungen der Chargen durch die einzelnen Winzer genau erfasst, katalogisiert und in entsprechenden Datenbanken verwaltet werden müssen. Die verschiedenen Kellerausbaustoffe - z.B. Hefen und Filter - sind dabei ebenso festzuhalten wie die Lieferquellen für Flaschenverschlüsse und Weinflasche.
Für die dazu nötigen Kennzeichnungsaufgaben hat man sich seinerzeit bei der WZG für die Systeme aus dem Hause Bluhm Systeme GmbH aus Unkel/Rhein entschieden. Hierzu erklärt Wilfried Dörr, Mitglied des Vorstandes bei der WZG: "Die Umsetzung der EU-Verordnung stellt nicht nur für uns, sondern auch für den einzelnen Winzer eine besondere Herausforderung dar. Die Aufgabenstellung beginnt schon bei der einzelnen Genossenschaft. Die Genossenschaften haben je nach Größe Etikettendruckspender in Ihren Abfüllanlagen eingebaut oder von Bluhm Systeme einen Zebra Tischdrucker erhalten, um uns ihre Produkte mit einem EAN 128 Barcode-Etikett zu liefern. Auf diesem Etikett sind die Betriebsnummer und die Charge verschlüsselt. Somit weiß unsere AS400 schon beim Wareneingang, von welchem Erzeuger die Ware kommt. In unserem Hause erhält die einzelne Flasche im InkJet-Druckverfahren ebenfalls eine eindeutige Chargennummer. Beim Versand entscheidet sich, ob die Flaschen im Kasten oder Karton an den Kunden geliefert werden soll." Für die Kennzeichnung der Kästen werden Etikettendruckspender vom Typ LA 4040 mit einem DPM Druckmodul eingesetzt.
Die eigentlichen Druckdaten kommen für jeden Kasten individuell aus der EDV. Für die Kartons hingegen war es nötig, auf ein Kennzeichnungssystem zurückzugreifen, das auch den unterschiedlichsten Kundenwünschen gerecht werden konnte. Hierzu nochmals Wilfried Dörr: "Die Beschriftung der Kartons kann je nach Kundenwunsch höchst unterschiedlich ausfallen. Es werden verschiedenste Barcodes, Produktbeschriftungen oder Logos gewünscht. Die nötigen Daten kann unsere EDV liefern, doch bei der Umsetzung in den Druck haben wir einige Versuche starten müssen, um die benötige Flexibilität bei der Umsetzung zu finden."

- Weine aus Baden-Würtemberg mit Chargennummer zur Rückverfolgbarkeit
Die Piezo-Codierer vom Typ Maxiline mit der Editor 3 Software von Bluhm haben diese Aufgabe mit Bravour lösen können. Mit einer maximalen Druckhöhe von 100 mm kann der Druckkopf, der über 256 Tintenkanäle verfügt, in einem Arbeitsgang eine Vielzahl von Textzeilen mit beliebigen Barcodes und grafischen Motiven kombinieren. Automatisch können Datum, Uhrzeit oder Zähler mitgedruckt werden. Eine besondere Finesse dieser Kennzeichnungslösung stellt die eigentliche Ansteuerung dieser Kennzeichnungssysteme dar. Hierfür stellt die AS400 alle nötigen Daten bereit. Der Etikettendruckspender und der Piezocodierer Maxiline verlangen typbedingt allerdings eine komplett unterschiedliche Art und Weise der Ansteuerung. Dies war genau die richtige Tüftelaufgabe für die Bluhm-Entwicklungsingenieure. Auf einen Industrie-PC wurde unter VisualBasic ein Steuerungsprogramm entwickelt, das alle gewünschten Daten aus der AS 400 übernimmt; diese Daten jedoch für jedes Drucksystem unterschiedlich aufbereitet und zur Verfügung stellt.
Auf einer bedienerfreundlichen Oberfläche wählt der Abfüllmeister nur noch aus, wie viele Kästen per Etikettendruckspender und wie viele in Kartons gekennzeichnet werden sollen. Den Rest übernimmt die Steuerungssoftware vollautomatisch im Hintergrund.
Mit diesem cleveren Zusammenspiel aus hauseigener EDV und den verschiedenen Etikettendruckspendern, Tischdruckern oder Piezo-Codieren aus dem Hause Bluhm Systeme hat die Württembergische Weingärtner Zentralgenossenschaft erneut einen Beweis für den sprichwörtlichen schwäbischen Erfindungsreichtum geliefert. Denn wie heißt noch jener schöne württembergische Werbeslogan: "Wir können alles - außer Hochdeutsch"



