Etikettenspender Alpha 86 bringt Adhäsionsfolie auf Steckdosen auf

- Fabrikgebäude der Giersieben GmbH & Co. KG
Innovation und Design stehen im Vordergrund - dies zeigt sich bereits von weitem, wenn man auf die Fabrikgebäude der Giersieben GmbH & Co. KG in Radevormwald, besser bekannt als GIRA zufährt.
Im Jahre 2005 wird das 100-jährige Bestehen des Hauses gefeiert. Gegründet im nahe gelegenen Wuppertal begann man 1905 mit der Auswertung eines Patents für Kippschalter. Zudem wurden Sicherungen, Sicherungselemente und Stöpselknöpfe gefertigt. 1912 wurde die Produktion nach Radevormwald verlegt. Heute fertigen und entwickeln fast 800 Mitarbeiter hochwertige Schalter und Steckdosen für alle nur denkbaren Anwendungsbereiche bis hin zu Haus- bzw. Türkommunikationstechnik, Bus-Systemen und Informationssystemen.
Man stelle sich z.B. nur vor, man steht morgens vor dem Kleiderschrank und sieht auf einem kleinen Display die aktuellste Wettervorhersage - da fällt die Kleidungswahl doch schon erheblich einfacher aus. Bei GIRA ist dies keine Zukunftsmusik, sondern schon ein reales Produkt.
Die Kompetenz des traditionsreichen Familienunternehmens zeigt sich auch im jüngsten Unternehmensspross, der GIRA Kunststofftechnik, bei der das eigene KnowHow auch für Fremdprodukte im Bereich der Medizin-, Automotiv- und Werkzeugtechnik eingesetzt wird.
Hochwertige Produkte bedürfen natürlich auch einer pfleglichen Behandlung. Kein Kunde würde akzeptieren, wenn der elegante Lichtschalter oder die neue Steckdose mit einem lackiertem Aluminium oder Teraccottarahmen schon vor der ersten Benutzung verkratzt wäre.
Stellt man sich dagegen die raue Situation auf einer zugigen Baustelle vor, so kann es schnell passieren, dass die edlen Designersteckdosen durch Verputzmaterial, Staub, Dreck oder sonstigen Einflüsse beschädigt werden.
Sind in einem Rohbau noch keine Fenster, kann auch die Temperatur im Winter bis in die tiefsten Minusgrade absinken, bzw. im Sommer entsprechend heiß werden. Zwar verlassen die Steckdosen in schützenden 10er Kartons das Werk. Der Handel verkauft die Produkte aber auch einzeln an den Elektriker, sodass der schützende Karton nicht mehr zur Hand ist.

- Produkte mit Schutz
Es muss also ein andere Produktschutz her. Schnell kam man auf die Idee, die Steckdosen mit einer Folie abzudecken.
Die Hintergründe dieser Problematik erläutert Markus Platte, Leiter der Betriebsmittelkonstruktion bei GIRA: "Eine normale Klebefolie erfüllt den Zweck nur teilweise. Sie kann zwar das Produkt gut schützen, nach dem Ablösen können aber Klebereste auf der Oberfläche zurückbleiben, sodass ein beschmutzen oder gar beschädigen der Steckdose durch herumfliegende Stäube sogar noch verstärkt würde. Gemeinsam mit der Bluhm Systeme GmbH aus Unkel am Rhein haben wir schließlich eine Lösung gefunden."
Bluhm Systeme, bekannt als Spezialist für Etikettier- und Codierlösungen, konnte in diesem Fall mit seinem Know How im Bereich der Etikettenmaterialien helfen. Dazu Uwe Krüger, Key Account Manager für den Etikettenbereich: "Für GIRA haben wir eine Kunststofffolie OHNE Kleber eingesetzt. Die Klebekraft beruht rein auf einer Adhäsion. Somit ist der nötige Oberflächenschutz des Produktes gewährleistet; nach dem Ablösen bleiben aber absolut keinerlei Rückstände auf der Produktoberfläche bestehen. - Genau das was der Kunde wünscht! Als zusätzlichen Nutzen haben wir auf die Folie noch Informationen über Produktname, Eigenschaften und Artikelnummer vorgedruckt. Letztere wird zusätzlich über einen EAN 13 Barcode verschlüsselt. Somit kann die Steckdose auch problemlos aus dem Umkarton heraus einzeln verkauft werden. Produktidentifikation + Schutz bleibt weiterhin bestehen."
Zum Aufbringen der bedruckten Adhäsionsfolien hat man bei Gira auf die bewährten Alpha 86 HS von Bluhm zurückgegriffen. Per WipeOn Technik werden die Folien auf die Steckdosen aufgebracht. Typisch für Bluhm Systeme, auch hierbei gibt es kleine technische Raffinessen: die durchsichtigen Adhäsionsfolien würden von einem "normalen" Sensor nur schwer auf dem Trägerband erkannt werden. Etikettierprobleme wären die unausbleibliche Folge. Um dies zu umgehen wird in dem Alpha 86 ein mechanisch-induktiver Sensor eingebaut. Wie ein kleiner Finger streicht der Sensor über die Etikettenbahn und erkennt an der unterschiedlichen Höhe wo der Anfang des Etiketts ist.

- Alpha 86 mit mechanisch-induktivem Sensor
Zur Realisierung dieses Projektes erläutert Michael Feldmann, verantwortlicher Systembetreuer von Bluhm: "Die Aufgabenstellung hört sich im ersten Augenblick einfach an. Doch wie so oft steckt auch hier der Teufel im Detail. Wir von Bluhm Systeme stellten einen Alpha 86 WipeOn Spender zur Verfügung, so konnten Gira in aller Ruhe in einem fast dreiwöchigen Test in einer simulierten Produktionsumgebung vor Ort die verschiedensten Folienetiketten-Materialien testen. Nur so ließ sich die optimale Lösung erarbeiten."



